Chancen und Risiken von alternativen Assets

27.06.17 09:00

Axa-Managerin Deborah Shire: „Ein Rezept für ein Desaster“

Von Antonia Kögler

Deborah Shire, Head of Structure Finance bei Axa Investment Managers, spricht über alternative Assets und darüber, in welchen Bereichen die Risiken am größten sind.

Axa-Managerin Deborah Shire leitet aus Paris heraus den Structured-Finance-Bereich des Asset Managers.

Axa Investment Managers / IakovKalinin/iStock/Thinkstock/Getty Images

Axa-Managerin Deborah Shire leitet aus Paris heraus den Structured-Finance-Bereich des Asset Managers.

Frau Shire, Sie leiten weltweit den Bereich Structured Finance bei Axa Investment Managers. Was genau umfasst dieser Bereich bei Ihnen?
Wir managen dort alle Asset-Klassen, die nicht zu den traditionellen Anlageformen gehören. Dazu gehören Senior Secured Loans, Collateral Loan Obligations (CLOs), ABS-Papiere und auch Private Debt. Das exotischste unserer Instrumente sind wohl die Insurance Linked Securities, eine Art von Versicherungsverbriefung.

Im vergangenen Herbst haben Sie etwas umstrukturiert. Der Bereich Alternative Solutions wurden in das Structured-Finance-Geschäft integriert. Was waren die Hintergründe für diesen Schritt?
In dem Bereich Alternative Solutions hatten wir alle Angebote der alternativen Geldanlage gebündelt, die wir nicht selbst anbieten, sondern über Partner abdecken. Die beiden Bereiche wollten wir besser harmonisieren und unsere Struktur vereinfachen, damit wir unseren Kunden im Alternative-Credit-Universum ganzheitlich betreuen können.

Welche Asset-Klassen aus Ihrem Portfolio gewinnen derzeit aus Ihrer Sicht an Bedeutung?
Im anhaltenden Niedrigzinsumfeld sehen wir natürlich allgemein ein großes Bedürfnis nach Assets, die stabile Cashflows erzielen. Wir sehen deutlich, dass gerade Senior Secured Loans und Collateralized Loan Obligations beliebter werden. Die werden auch von europäischen Unternehmen bei der Anlage ihrer Pensionsgelder genutzt. Auch in Deutschland sehen wir eine zunehmende Nachfrage dafür bei der Anlage von Pensionsgeldern.

Deborah Shire: „Man darf Segmente nicht überstrapazieren“

Der Ruf von CLOs hat allerdings durch die geplatzte Immobilienblase in den USA stark gelitten.
Das ist richtig, die US-Subprime-Krise hat ihnen geschadet. Aber nicht alle CLOs waren mit Immobilienrisiken verknüpft. Deshalb war die Ausfallrate selbst in der Krise vergleichsweise gering. Gerade in den vergangenen beiden Jahren verzeichneten diese Instrumente starke Zuflüsse. Wichtig ist, dass man sich die einzelnen Investments sehr genau anschaut und sie prüft. Wenn das der Fall ist, sehe ich hier attraktive Renditechancen. Größere Risiken gibt es vor allem durch andere Schwachpunkte.

Woran denken Sie da denn genau?
Aufgrund der hohen Nachfrage werden zum Beispiel viele neue alternative Produkte entwickelt. Dabei sollte man vorsichtig sein. Jedes Mal, wenn illiquide Assets in liquide Produkte gepackt werden, ist das ein Rezept für ein Desaster.

Gibt es weitere Märkte, bei denen Sie Investoren zur Vorsicht raten würden?
Grundsätzlich darf man einzelne Segmente nicht überstrapazieren. Deshalb sollte man besonders dort genau hinschauen, wo gerade viel Geld hinfließt. Ich denke da zum Beispiel an den Markt für alternative Finanzierungen im Segment kleiner europäischer Unternehmen. Es gibt viele Investoren und Private-Debt-Anbieter mit hohen Geldbeständen. Die Konkurrenz ist deshalb riesig, deswegen besteht die Gefahr, dass Risiken nicht richtig eingepreist werden.

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