Quoniam setzt auf quantitative Anlagestrategien auch für strategische Liquidität

19.09.17 09:25

Big Data: auf der Suche nach den besten Titeln

Von Antonia Kögler

Die Digitalisierung macht auch vor dem Asset Management nicht halt. DerTreasurer stellt einen Ansatz der regelbasierten Geldanlage vor.

Quantitative Anlagestrategien bei Quoniam: mehr Information als der Mensch verarbeiten kann

Rawpixel Ltd/iStock/Thinkstock/Getty Images

Quantitative Anlagestrategien bei Quoniam: mehr Information als der Mensch verarbeiten kann

Strategien für die regelbasierte Geldanlage rücken derzeit stärker in den Fokus. Vor allem der Kostendruck zwingt viele Asset Manager, sich im Niedrigzinsumfeld mit dem Thema auseinanderzusetzen. Doch unter den Schlagworten quantitativ, smart-beta oder regelbasiert ist kein einheitlicher Investmentansatz zu verstehen. „Bei dem Thema werden viele Dinge durcheinandergeworfen“, beobachtet  auch Andreas Herrmann, Client Manager von Quoniam Asset Management. Während viele bei dem Wort Quant zum Beispiel an die Krise denken, die durch automatisiertes Trading ausgelöst wurde, versteht Quoniam darunter etwas vollkommen anderes: „Wir denken dabei an intelligentes, aktives Management auf der Basis einer hochtechnisierten, systematischen Auswertung relevanter Datenmengen.“

Der Ansatz des Frankfurter Asset Managers funktioniert so: In einem regelbasierten Prozess werden jeden Tag mehr als 50.000 Wertpapiere  bewertet. In die Multi-Faktor-Analyse  fließen Markt- und Kursdaten, aber auch Bilanzinformationen ein. „Durch den Einsatz mehrdimensionaler Faktoren wird ein hochdiversifiziertes, aber  aktives Portfolio zusammengestellt, anstatt einfach nur einen Index abzubilden“, sagt Herrmann.

Komplexe systematische Analyse vieler Einzeltitel

Was zunächst wie eine Smart-Beta-Strategie klingt, sei aber deutlich komplexer. Für alle Papiere würde unter anderem eine dezidierte Spread-Prognose erstellt. So sei es möglich, 200 bis 300 Titel deutlich besser zu gewichten als bei herkömmlich aktiv gemanagten Fonds. „Unsere Portfoliomanager prüfen ergänzend die Plausibilität und achten insbesondere darauf, dass beispielsweise die Anlagerichtlinien des Kunden immer erfüllt sind“, so Herrmann. Bei bestimmten Ereignissen, die für das System nicht erkennbar sind – wie zum Beispiel das Brexit-Referendum –, kann der Mensch aktiv in die Portfoliokonstruktion eingreifen. „Wir haben an dem Tag noch einmal Risiko herausgenommen“, erinnert sich Herrmann. In 99 Prozent der Fälle werde die regelbasierte Anlageentscheidung aber nicht verändert, betont er.

Die systematische Anpassung des Portfolios kann täglich erfolgen, verteilt sich durchschnittlich im Monat aber auf nur wenige Tage. Auch Treasurer nutzen den Ansatz bereits. „Bei der Anlage ihrer strategischen Liquidität setzen sie dabei auf Unternehmensanleihen“, berichtet Herrmann. Bei der längerfristigen Anlage von Pensionsgeldern zählen bislang vor allem Dax-Konzerne zu den Kunden. „Wir möchten jetzt den MDax, SDax und weitere Kundensegmente erschließen“, sagt Herrmann.

Möglichst hohe Transparenz

Eine zentrale Anforderung von Treasurern ist, dass sie ihre Anlageprodukte durchschauen wollen oder sogar müssen. Quoniam sieht sich dafür trotz des hochkomplexen Anlageprozesses gerüstet: „Im Rahmen unseres transparenten Investmentprozesses erstellen wir täglich ökonomisch plausible Prognosen, die zu jedem Zeitpunkt rückwirkend nachvollziehbar sind – ein wichtiger Aspekt für viele Kunden“, glaubt Herrmann. Klar ist: Die Zahl der Anbieter, die sich auf dem Feld der regelbasierten Geldanlage tummeln, wird in den kommenden Jahren nach oben schießen.

Koegler[at]derTreasurer.de

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