Asset-Backed Securities erfreuen sich steigender Investorennachfrage

11.04.13 14:55

Comeback der "Giftpapiere"

Von Andreas Knoch

Auf der Suche nach positiven Realrenditen im aktuellen Niedrigzinsumfeld entdecken Investoren eine lange Zeit verpönte Assetklasse wieder: Asset-Backed Securities (ABS).

Asset-Backed Securities feiern ein Comeback.

iStock / Thinkstock / Getty Images

Asset-Backed Securities feiern ein Comeback.

Für das Comeback gibt es gleich mehrere Gründe. Zum einen steigt die Nachfrage aus dem Bankensektor wegen geänderter Liquiditätsbestimmungen. So hat der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht Anfang dieses Jahres bestimmte RMBS für die Berechnung der Mindestliquiditätsqoute anerkannt. Banken können diese Assets nun zur Erfüllung der Liquidity Coverage Ratio heranziehen. Zum anderen haben ABS in den vergangenen Monaten attraktive Renditen erzielt.

„Vor allem ältere ABS, die unter dem Nennwert gehandelt werden, haben noch Luft nach oben“, glaubt Matthias Wildhaber, Fondsmanager bei Swiss & Global Asset Management. Diese Papiere dürften den Anlagebetrag schneller amortisieren, als der Markt zurzeit erwartet. Zudem seien sie wegen ihrer variablen Kupons gut gegen steigende Zinsen abgesichert. Wildhaber zufolge sind die treibenden Faktoren für den starken ABS-Markt im vergangenen Jahr nach wie vor intakt. Das Potential für eine weitere Spread-Verengung und damit einhergehende attraktive Renditen sei vorhanden. Für Treasurer sind das sowohl aus Anlage- als auch aus Finanzierungsperspektive gute Nachrichten.

Matthias Wildhaber

Matthias Wildhaber

Der Ruf des ABS-Marktes hatte im Zuge der US-Subprime-Krise wegen der Verluste strukturierter „Giftpapiere“ schwer gelitten. Investoren müssen allerdings differenzieren: Denn diese Kreditderivate repräsentieren nur einen Teil der gesamten Assetklasse. Europäische Auto-ABS beispielsweise – Volkswagen ist bei diesen Papieren ein sehr aktiver Emittent – haben sich in der Vergangenheit als sichere Assets erwiesen.

Zahlen von Standard & Poor’s stützen das: Nach Angaben der Ratingagentur lag die Ausfallquote europäischer ABS zwischen Mitte 2007 und Mitte 2012 bei lediglich 1,1 Prozent gegenüber 14,8 Prozent in den USA. Hinzu kommt, dass Investoren bei ABS heute nicht mehr in eine „Black Box“ investieren, sondern in aller Regel genau wissen, mit welchen Assets die Papiere hinterlegt sind.

Knoch[at]derTreasurer.de