Finanzchef Georg Alexander Zeiss über die Anlagestrategie von Fielmann

17.09.15 08:00

„Der Rentenanteil hat sich deutlich erhöht“

Von Antonia Kögler

Im derzeitigen Zinsumfeld bleibt das Thema Geldanlage ein Dauerbrenner. CFO Georg Alexander Zeiss erklärt, wie aktuell die Anlagestrategie bei der Optikerkette Fielmann aussieht.

kzenon/iStock/Thinkstock/Getty Images

Bei der Geldanlage setzt die Optikerkette Fielmann auf Anleihen.

Brille? Fielmann. Vermutlich jeder kennt diesen Werbungslogan. Weniger bekannt ist die Anlagestrategie von Deutschlands umsatzstärkster Optikerkette, die 2014 rund 1,4 Milliarden Euro erwirtschaftete.
 
Das Finanzvermögen des mittelständischen Optikers belief sich Ende Juni 2015 auf rund 405 Millionen Euro. „Der überwiegende Teil unserer Anlagen befindet sich in Anleihen mit kurz- oder mittelfristiger Laufzeit“, erklärt der Finanzchef Georg Alexander Zeiss. Die Anlagerichtlinien des MDax-Unternehmens sehen ein Minimum von 70 Prozent an Anleihen im Portfolio vor, derzeit liege der Anteil jedoch mit etwa 80 Prozent deutlich darüber. „Innerhalb dieses Segments haben wir in den vergangenen Monaten eine deutliche Verschiebung von Staatsanleihen hin zu Unternehmensanleihen vollzogen.“ Negative Zinsen für die Staatspapiere wollen die Hamburger auf keinen Fall zahlen, mittlerweile sind sie aus dem Portfolio ganz verschwunden. Die Investitionen erfolgen immer direkt, nicht über Fondskonstrukte.
 
„Wir haben für jede Adresse eine betragsmäßige Obergrenze festgelegt“, sagt Zeiss. Die Auswahl der Emittenten erfolgt dabei nach einer einzelnen Prüfung durch ein dreiköpfiges Team. Fielmann setzt zudem auf längere Restlaufzeiten. „Statt auf Papiere mit Laufzeiten von zwölf Monaten setzen wir jetzt auch stärker auf solche mit 18 Monaten Restlaufzeit“, sagt der Finanzchef.

Kaum Aktien im Fielmann-Portfolio

Fielmann AG

Georg Alexander Zeiss

Beim Rating versucht sich Fielmann an Bonds von Emittenten mit A-Rating zu halten, allerdings gebe der Markt das nicht immer her. Weniger flexibel ist der Konzern, was die Währung angeht. „Wir haben einen eindeutigen Euro-Fokus“, bestätigt Zeiss. Andere Währungen spielen keine Rolle – ebenso wenig wie Aktien. „Der Anteil der Aktien liegt bei unter 1 Prozent“, so Zeiss. Bisher habe der Druck auf die Renditen nicht zu einem Umdenken geführt. Der Konzern will die Schwankungen der Aktienkurse grundsätzlich nicht im eigenen Portfolio haben.

Die restlichen knapp 20 Prozent des Anlagevermögens legt der Finanzchef vorwiegend auf laufenden Konten als Tages- oder Festgelder an. Deren Anteil am Portfolio habe sich angesichts der aufkommenden Strafzinsen jedoch deutlich verringert. „Vor etwa zwölf Monaten hatten wir noch etwa 30 bis 40 Prozent unseres Vermögens auf laufenden Konten“.

Georg Alexander Zeiss prüft mindestens einmal im Quartal, ob er nachjustieren muss. Der konservative Ansatz bleibe jedoch immer erhalten. „Sicherheit geht eindeutig vor Rendite“, betont der Finanzchef.

Koegler[at]DerTreasurer.de