Gebühr für den Einlagensicherungsfonds wird fällig

15.12.14 08:00

Einlagen: Banken wehren zum Jahresende ab

Von Antonia Kögler

Der Bilanzstichtag rückt näher – und damit wird auch die Gebühr fällig, die Banken in den Einlagensicherungsfonds einzahlen. Weil der Beitragssatz von Verbindlichkeiten gegenüber Kunden abhängt, könnten einige Banken zum Jahresende Einlagen abwehren. Die ohnehin schwierige Geldanlage für Treasurer wird immer komplizierter.

Der Bilanzstichtag rückt näher – und damit wird auch die Gebühr fällig, die Banken in den Einlagensicherungsfonds einzahlen.

KatarzynaBialasiewicz/iStock/Thinkstock/Getty Images

In Abwehrhaltung: Zum Jahresende wollen Banken kein Geld sehen.

Mit dem Jahresende rückt für viele Unternehmen der Stichtag für den Geschäftsbericht näher. Auch die meisten Banken ziehen am 31. Dezember Bilanz. Für die Geldhäuser war das zu Ende gehende Jahr kein einfaches. Die niedrigen Zinsen belasten die Ertragslage. Von den Zahlen, die am Stichtag vorgelegt werden, hängt für die Banken auch für das kommende Jahr einiges ab.

So leitet sich zum Bei¬spiel der Satz, den eine Bank an den freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken zu zahlen hat, von der Bankbilanz ab. Die Umlage beträgt 0,6 Promille des Bilanzpostens „Verbindlichkeiten gegenüber Kunden“ auf der Passivseite. Auch wenn Banken gute Firmenkunden sicher nicht unnötig vor den Kopf stoßen wollen, ist es im Interesse der Institute, die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden nicht kurzfristig über den Bilanzstichtag anwachsen zu lassen. Vor allem nicht mit Geld, das kurz danach wieder abgezogen werden kann.

Für Treasurer kann das die ohne¬hin komplizierte Situation bei der kurzfristigen Geldanlage noch verschärfen. Wer gerade jetzt kurzfristig hohe Geldbestände bei einer Bank parken will, sollte nicht mit Begeisterung rechnen. Können Institute ein Interesse daran haben, gerade zwischen den Jahren auf bestimmte Stellgrößen der Bilanz ein wenig Einfluss zu nehmen? „Das ist sicherlich kein monokausales Thema“, glaubt Klaus Hölzer, Bankenexperte der Beratung Oliver Wyman. „Aus den Bilanzpositionen leiten sich viele aufsichtsrechtliche Stellgrößen ab, die Einlagensicherung ist lediglich eine von vielen.“ 

Kurzfristige Geldanlage wird immer schwieriger

Die kurzfristigen Einlagen werden für Banken ohnehin immer schwieriger. Durch den negativen Einlagenzins der Europäischen Zentralbank von minus 0,2 Prozent ist es für Banken teurer geworden, kurzfristige Liquidität anzunehmen, ohne Strafzinsen weiterzureichen. Immer mehr Banken sind deswegen nach Informationen von DerTreasurer dazu übergegangen, diese weiterzugeben. Außerdem erschweren strengere regulatorische Anforderungen die Annahme von kurzfristigen Geldern weiter. Banken müssen für täglich verfügbare Gelder auf ihren Konten auch mehr täglich verfügbare Liquidität vorhalten. Da diese derzeit gar keine oder negative Zinsen bringen, zahlt auch hier die Bank letztlich drauf.

Treasurer müssen auch im kommenden Jahr damit rechnen, dass ihre Bankpartner sie zu längeren Fristigkeiten bei der Geldanlage bewegen wollen. Das ist vielfach auch im Sinne der Abteilungen, wenn sie noch positive Erträge erzielen wollen.

Koegler[at]derTreasurer.de