Verhältnis zu Griechenland weiter angespannt

27.02.15 11:53

Grexit ohne Schrecken?

Von Antonia Kögler

Eigentlich sollte mit der Einigung zwischen der EU-Gruppe und Griechenland eine Verschnaufpause eintreten. Doch auch wenige Tage danach, sorgt Griechenlands Finanzminister für neue Irritationen. Treasurer sollten die Lage nicht unterschätzen.

Treasurer sollten sich für einen Grexit wappnen.

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Treasurer sollten sich für alle Fälle wappnen.


In den vergangenen Wochen ist die Griechenlandkrise wieder hochgekocht. Heute muss der Bundestag über eine Verlängerung des EU-Hilfspakets abstimmen. Just zu diesem heiklen Zeitpunkt sorgt Griechenland für neue Irritationen. Finanzminister Giannis Varoufakis Sprach am Mittwoch erneut über eine Umschuldung für Griechenland.

Trotz der angespannten Lage scheint der Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone kaum noch Schrecken auszulösen. Der Dax kletterte am vergangenen Freitag auf einen neuen Höchststand und schloss mit 0,4 Prozent. Zu dem Zeitpunkt diskutierte die Euro-Gruppe noch mit ungewissem Ausgang. Auch Investment Professionals sehen den Austritt zunehmend gelassen: Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Deutschen Vereinigung für Finanzanalysen und Asset Management (DVFA). 37,2 Prozent der befragten Investment Professionals sehen die Folgen als neutral an, 27 Prozent rechnen sogar mit positiven Effekten. 35,8 Prozent gehen von negativen Auswirkungen aus. „Zwar würde ein Austritt Griechenlands aus dem Euro die Märkte kurzfristig sicherlich verunsichern und die Volatilität weiter erhöhen“, sagt Ralf Frank, Generalsekretär der DVFA. „Langfristig könnte aber ein kathartischer Effekt eintreten.“

Strategien für den Ernstfall

Zwar hat die wirtschaftliche Bedeutung Griechenlands für Deutschland im Laufe der Jahre abgenommen – während 2008 Exporte nach Griechenland noch ein Volumen von etwa 8 Milliarden Euro hatten, waren es 2013 nur noch 4,7 Milliarden Euro –, dennoch könnte die Lage für einzelne Unternehmen mit größerem Griechenlandgeschäft kritisch werden. Treasurer sollten die kommenden Monate nutzen, um ihre eigenen Strategien für einen möglichen Austritt zu aktualisieren. Im Dezember hat DerTreasurer bereits über mögliche Schwierigkeiten beim Cash-Pooling und Zahlungsverkehr berichtet.

Koegler[at]derTreasurer.de