Unternehmen schneiden bei der Geldanlage in Spezialfonds schlechter ab

03.03.16 07:30

Hohe Aktienquoten senken Performance

Von Antonia Kögler

Unternehmen setzen bei der Geldanlage stärker auf Aktien als andere Anlegergruppen. Das wirkt sich jetzt negativ auf die Entwicklung ihrer Spezialfonds aus.

Bei der Asset-Allokation setzen Unternehmen stark auf Aktien. Das drückt jetzt auf die Wertentwicklung der Fonds.

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Bei der Asset-Allokation setzen Unternehmen stark auf Aktien. Das drückt auf die Wertentwicklung ihrer Spezialfonds.

Neben den allgemein niedrigen Zinsen sorgen auch die trüberen Aussichten an den Aktienmärkten für Druck bei der langfristigen Geldanlage. Für Unternehmen haben sich Spezialfonds im vergangenen Jahr nur unterdurchschnittlich entwickelt. Die jährliche Wertentwicklung lag im vergangenen Jahr bei 3,02 Prozent. 2014 lag die Performance noch bei über 8 Prozent. Das hat eine aktuelle Analyse der Kapitalverwaltungsgesellschaft Universal-Investment ergeben, die seit 2012 das bei ihr angelegte Spezialfondsvermögen analysiert. Ende Januar 2016 belief sich das auf etwa 181 Milliarden Euro, wovon rund 42 Milliarden Euro auf Spezialfonds von Unternehmen entfallen.

Auch im Vergleich zu anderen Anlegern schneiden Unternehmen in den vergangenen Monaten schlecht ab. Die durchschnittliche Wertentwicklung über alle Anlegergruppen hinweg belief sich 2015 auf 3,46 Prozent und war damit etwa 0,4 Prozentpunkte besser als die Performance von Unternehmensfonds. Im Januar dieses Jahres mussten alle Anleger Federn lassen. Im Durchschnitt schlossen die Spezialfonds mit einem Minus von 1,66 Prozent ab. Bei den Spezialfonds der Unternehmen reduzierte sich der Wert sogar um 2,12 Prozent.

Grund für die Differenz bei der Performance ist eine unterschiedliche Asset-Allokation. Unternehmen unterliegen weniger strengen Vorgaben darüber, in welche Asset-Klassen sie investieren dürfen. Sie können deshalb stärker auf Aktien setzen als andere Anleger. Im vergangenen Jahr kletterte der Aktienanteil in den Portfolios zeitweise bis auf 36 Prozent. „Seitdem hat der Anteil jedoch wieder abgenommen, vor allem aufgrund der starken Kursverluste“, sagt Markus Neubauer, Geschäftsführer von Universal-Investment. Im Januar sank der Anteil wegen des Kursverfalls an den Börsen erneut auf 32,6 Prozent, fiel jedoch weniger als die Märkte selbst.

Unternehmen setzten wieder stärker auf Staatsanleihen

„Der Aktienanteil in Unternehmensportfolios ist durch die Marktentwicklungen und weniger durch aktive Entscheidungen zuletzt gesunken, im Gegenzug ist der Anteil der Rentenpapiere gestiegen“, sagt Neubauer. Der Rentenanteil ist im Januar stärker als der Durchschnitt gewachsen und liegt bei über 54 Prozent. Im Durchschnitt aller Anleger liegt er bei rund 49 Prozent. Angesichts der Unsicherheit an den Märkten stehen Staatsanleihen wieder etwas höher in der Gunst der Anleger als 2015. Im Januar ist ihr Anteil an den Unternehmensportfolios von 18,8 Prozent im vergangenen Jahr auf 20 Prozent gestiegen.

Darüber hinaus setzt sich ein Trend aus dem vergangenen Jahr weiter fort: „Der Bedarf von institutionellen Anlegern an Risikomanagement-Instrumenten wie Risikoreportings, Overlay-Management und Wertsicherungsstrategien steigt weiter an“, berichtet Neubauer. Treasurer bereiten sich auf ein weiterhin stürmisches Umfeld vor.

Koegler[at]derTreasurer.de