Bilanzierung beitragsorientierter Versorgungszusagen

20.02.14 11:20

IFRS-IC lässt Bilanzierungspraxis unverändert

Von Andreas Knoch

Das Interpretationskommittee des IASB tastet die Bilanzierungspraxis bei beitragsorientierten Versorgungszusagen nicht an. Für Unternehmen bringt die Entscheidung Licht und Schatten.

Dave Gorman

IASB-Hauptsitz in London

Das Interpretationskommittee des Standardsetzers IASB (IFRS-IC) hat die Erarbeitung von Bilanzierungsrichtlinien für sogenannte „ungewöhnliche“ beitragsorientierte Pensionspläne auf Eis gelegt. Das Thema sei für eine schnelle Lösung zu komplex, ließ das Gremium verlauten. Beitragsorientierte Versorgungszusagen – eine Mischform zwischen reinen DC- und DB-Pensionsplänen und bei deutschen Unternehmen sehr verbreitet – garantieren eine Mindestrendite. Allerdings ist die Bilanzierung solcher Zusagen unter dem Regelwerk IAS 19 aus fachlichen Gründen problematisch.

Dabei geht es insbesondere um die Bewertung der ausgesprochenen Garantie, für die in der Praxis eine pragmatische Lösung auf der Basis des einfach zu ermittelnden intrinsischen Werts der Option statt des schwieriger zu ermittelnden Zeitwerts entwickelt wurde, die auch im HGB enthalten ist. „Vereinfacht ausgedrückt wird dabei geprüft, ob die Garantie unter Wasser ist oder nicht. Wenn das der Fall ist, bilanziert man den Shortfall“, erklärt Afred Gohdes Chefaktuar bei Towers Watson.

Für Unternehmen bringt die Entscheidung des IFRS-IC Licht und Schatten. Zum einen bleibt ihnen eine aufwändige und komplizierte Umstellung der Bilanzierungspraxis erspart. Zum anderen bilanzieren viele weiterhin in einer Grauzone, weil der Standard die Methode nicht ausdrücklich deckt. Letzteres dürfte nach Meinung von Gohdes jedoch keine direkten Konsequenzen haben. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Wirtschaftsprüfer deshalb intervenieren, zumal es auch meist keinen Mehrwert für den Bilanzleser bringt.“

Knoch[at]derTreasurer.de