Risk-Parity-Strategien gefragt

30.08.13 09:00

Investoren bleiben Renten treu

Von Andreas Knoch

Die sich abzeichnende Zinswende sorgt bei Renten für deutliche Kursverluste. Dennoch wollen institutionelle Anleger an ihrer Anleihen-Allokation festhalten - allerdings unter zunehmender Berücksichtigung alternativer Risikostrategien.

Fed

Die US-Notenbank Fed hat die Zinswende eingeläutet. Doch Investoren bleiben Renten treu.

Für die meisten institutionellen Investoren in Europa sind Anleihen auch weiterhin ein wichtiger Bestandteil in ihrer Portfolioallokation. Das geht aus einer aktuellen Umfrage von Aquila Capital hervor, bei der 165 Profianleger in Europa befragt wurden. Mehr als die Hälfte der Befragten rechnet trotz der sich abzeichnenden Zinswende nicht mit einer „großen Rotation“ von Anleihen zu Aktien – auch wenn festverzinsliche Wertpapiere in den vergangenen Wochen bereits deutliche Kursverluste hinnehmen mussten.

„Institutionelle Investoren wollen überwiegend an ihrer Anleihen-Allokation festhalten, obwohl sie das Marktumfeld im Fixed-Income-Bereich als schwierig einschätzen“, sagt Oldrik Verloop, Director bei Aquila Capital. Vor allem die Zinsentwicklung bereite den Investoren Kopfzerbrechen. So hat sich die Rendite zehnjähriger US-Anleihen seit Anfang Mai auf knapp 3 Prozent nahezu verdoppelt, und Bundesanleihen rentieren verglichen mit Anfang Mai einen dreiviertel Prozentpunkt höher bei rund 1,9 Prozent.

Zwangsläufig werde sich der Blick der Investoren daher auch auf alternative Ansätze im Anleihesegment richten, erwartet Verloop. So gaben 44 Prozent der Umfrageteilnehmer an, zukünftig Risk-Parity-Strategien bei ihrer Fixed-Income-Allokation berücksichtigen zu wollen. Dabei wird das Vermögen nicht nur in verschiedene Assetklassen investiert. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Gleichgewichtung des Risikos der unterschiedlichen Anlagen, wie Staats- und Unternehmensanleihen sowie inflationsgesicherte Anleihen oder Emerging-Markets-Debt.

knoch[at]derTreasurer.de