Keine Kapitaldeckung für grenzüberschreitende DB-Pläne

21.03.14 08:00

IORP-II-Direktive entschärft

Von Andreas Knoch

Bei der Überarbeitung der sogenannten IORP-II-Richtlinie zeichnen sich für Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge Erleichterungen ab. Die Forderung einer verpflichtenden Kapitaldeckung für grenzüberschreitende DB-Pensionspläne wird wohl fallengelassen.

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Die EU-Kommission in Brüssel wird die ursprüngliche Forderung einer verpflichtenden Kapitaldeckung für grenzüberschreitende DB-Pensionspläne wohl fallenlassen.

Bei der Überarbeitung der sogenannten IORP-II-Richtlinie durch die Europäische Kommission zeichnen sich für Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge (EbAV) Erleichterungen ab. Das geht aus vorab an die Öffentlichkeit gelangten Details der Direktive hervor. Demnach wird die Forderung einer verpflichtenden Kapitaldeckung für grenzüberschreitende Defined-Benefit-Pensionspläne wohl fallengelassen. Die finale Veröffentlichung der Richtlinie wird Marktteilnehmern zufolge noch im März erwartet.

Bliebe es dabei, könnten Unternehmen nicht nur erhebliche finanzielle Belastungen vermeiden. Auch das Management der Pläne würde einfacher. Insbesondere multinationale Konzerne haben in den vergangenen Jahren grenzüberschreitende Altersvorsorgepläne eingeführt. Nach Zahlen der europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa gab es Mitte 2013 in Europa 82 solcher Versorgungseinrichtungen. „Bei den meisten Unternehmen würde eine verpflichtende Kapitaldeckung diese Vehikel unattraktiv machen“, erklärt ein Consultant.

Allerdings wird es wohl an anderer Stelle deutlich höhere Anforderungen an die EbAV geben – insbesondere an das Governance-System, an das Risikomanagement sowie an die Transparenz –, ein Trend, den viele EbAV kritisieren. So hatte sich im vergangenen Jahr die Schenker Pensionskasse aufgrund „der nicht mehr zu bewältigenden regulatorischen Anforderungen“ der Hamburger Pensionsverwaltung angeschlossen.

Knoch[at]derTreasurer.de