Biometrische Risiken in den EbAV

16.04.14 08:00

Langlebigkeitsswaps die bessere Lösung

Von Andreas Knoch

Biometrische Risiken, insbesondere die der steigenden Lebenserwartung, stellen Pensionsfonds vor große Herausforderung. Beim Management dieser Risiken dürften kapitalmarktbasierte Lösungen an Bedeutung gewinnen, prognostiziert DB Research.

Langlebigkeitsswaps die bessere Lösung.

Akzo Nobel

Akzo Nobel hat 2012 das Langlebigkeitsrisiko seiner Pensionäre mit einem Swap an die Swiss Re abgetreten.

Beim Management biometrischer Risiken, insbesondere die der steigenden Lebenserwartung, dürften kapitalmarktbasierte Lösungen, vor allem in Form von Langlebigkeitsswaps, für Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge (EbAV) künftig an Bedeutung gewinnen. Das geht aus einer aktuellen Studie des Resarcharms der Deutschen Bank, DB Research, hervor. „Die neuen regulatorischen Solvabilitätsanforderungen dürften den Risikoappetit für Versicherungsunternehmen im Rahmen von Buy-out- oder Buy-in-Lösungen tendenziell begrenzen. Andererseits gibt es viele Akteure, die an der Übernahme von über den Kapitalmarkt vermittelten Langlebigkeitsrisiken interessiert sein dürften“, schreibt DB-Research-Experte Dieter Bräuninger.

Bessere Rahmenbedingungen für Langlebigkeitsswaps

Grundsätzlich kämen dabei alle Akteure in Frage, die gegenläufige Cashflows und damit entgegengesetzte Risiken wie Pensionsfonds haben. Da das Langlebigkeitsrisiko nicht mit Kapitalmarktrisiken korreliert sei, sollten vor allem auch Hedge- und Staatsfonds an der Übernahme entsprechender Swaps interessiert sein. Aon Hewitt zufolge haben sich zuletzt die Rahmenbedingungen für EbAV bei Swaplösungen verbessert, insbesondere beim Pricing. Das Beratungshaus macht dafür vor allem höhere Kapazitäten aufgrund eines reiferen Marktes verantwortlich und erwartet ein anhaltend günstiges Marktumfeld für Langlebigkeitsswaps.

Die steigende Lebenserwartung der Planmitglieder ist – neben der anhaltenden Niedrigzinsphase – eine der größten Herausforderungen für EbAV. Nach Berechnungen des IWF kann der Anstieg der Lebenserwartung um ein Jahr den Barwert der Zahlungsverpflichtungen eines typischen Pensionsplans um bis 3 bis 4 Prozent, in Deutschland sogar um bis zu 5 Prozent erhöhen. Allein auf die Pläne der DAX-30-Unternehmen bezogen würden in einem solchen Szenario die Verbindlichkeiten um rund 15 Milliarden Euro steigen. In der Europäischen Union nimmt die Lebenserwartung derzeit jährlich um rund zweieinhalb Monate zu.

Knoch[at]derTreasurer.de