Pensionslöcher: Lufthansa zieht die Reißleine

13.09.13 09:00

Lufthansa will Pensionen kürzen

Von Andreas Knoch

Die Kranich-Airline kämpft mit einem gewaltigen Pensionsproblem. Nun soll die Reißleine gezogen und geltende Tarifverträge für die Übergangs- und Altersversorgung gekündigt werden.

Lufthansa

Kurz vorm Grounding: Ende 2012 überstiegen die Pensionsverpflichtungen der Kranich-Airline die Marktkapitalisierung um mehr als das Doppelte.

Die Deutsche Lufthansa will geltende Tarifverträge für Übergangs- und Altersversorgung zum Jahresende kündigen. Der Airline zufolge hätten sich die Rahmenbedingungen bei der Altersversorgung in den vergangenen Jahren so verschlechtert, dass gehandelt werden müsse. Begründet wurde der Vorstoß mit den niedrigen Zinsniveau und der steigenden Lebenserwartung. Vor allem das tiefe Zinsniveau sei schmerzhaft, da die Lufthansa-Rentenkasse nicht mehr genug Rendite erwirtschafte, um die Überweisungen an die Pensionäre zu decken. Im vergangenen Jahr lag die Lücke bei 260 Millionen Euro.

Bei der Ausarbeitung der aktuellen Tarifverträge habe das Zinsniveau zwischen 6 und 7 Prozent gelegen, erklärte die Lufthansa. Gegenwärtig gebe es weniger als 2 Prozent. Da nicht damit zu rechnen sei, dass die Zinsen kurzfristig wieder steigen, wolle man die Tarifverträge zur Rentenzahlung an dieses Niveau anpassen. Mitarbeiter müssten zukünftig das Risiko schwankender Zinsen mittragen.

Nach Berechnungen von Union Investment auf Basis der Angaben des Jahresabschlusses 2012 überstiegen die Pensionsverpflichtungen die Marktkapitalisierung der Airline Ende des vergangenen Jahres um mehr als das Doppelte. Darüber hinaus hatte die Lufthansa auch mit erheblichen Pensionskosten zu kämpfen: 2012 fraßen die Aufwendungen für Pensionsverpflichtungen 42 Prozent des Konzern-Ebits auf.

Knoch[at]derTreasurer.de