Asset Management im Mittelstand

11.10.13 16:24

Mittelstand hortet Liquidität

Von Andreas Knoch

Die von der FHM zum vierten Mal veröffentlichte Studie zum Finanzanlageverhalten im Mittelstand zeigt einen deutlich höheren Anlagebedarf der Unternehmen.

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Glänzende Geschäfte und volle Auftragsbücher bescheren dem deutschen Mittelstand hohe Liquiditätspolster. Doch statt Realinvestitionen zu tätigen, legen die Firmen ihr Cash lieber auf die hohe Kante. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Fachhochschule des Mittelstands (FHM), die im Auftrag der Commerzbank das Anlageverhalten von Mittelständlern untersucht hat. Um sich Opportunitäten offenzuhalten, investieren die Unternehmen ihre Gelder allerdings immer kurzfristiger. Den Anlagehorizont dominieren Laufzeiten von kleiner als drei Monaten. „Der Befund mag auch mit der bis vor kurzen flachen Zinsstrukturkurve zusammenhängen und dem marginalen Renditevorsprung am langen Ende“, erklärt Studienautor Volker Wittberg von der FHM.

Bei den Anlageinstrumenten machen mittelständische Unternehmen keine Experimente und bleiben bei Bewährtem: Sichteinlagen und Festgelder dominieren mit weitem Abstand. Nur beim Liquiditätsbodensatz, dem Teil, der nicht für laufende Auszahlungen benötigt wird, werden auch längerfristige Anlagen eingegangen und riskantere Assetklassen wie beispielsweise Aktien oder Unternehmensanleihen beigemischt.

Eine Diskrepanz gibt es nach wie vor zwischen dem tatsächlichen Anlageverhalten und den Renditeerwartungen der Unternehmen. So liegt die erwartete Mindestverzinsung bei durchschnittlich 1,83 Prozent. Im Vergleich zu den Studien davor ist die Renditeerwartung zwar deutlich gesunken. Vor dem Hintergrund der überwiegend geldmarktnahen Anlageformen ist das aber dennoch ambitioniert.

Knoch[at]derTreasurer.de