Keine baldige Zinswende

26.11.13 09:00

Renditedruck steigt

Von Andreas Knoch

Großanleger rechnen überwiegend nicht mit einer baldigen Zinswende in den USA und im Euro-Raum. In der Konsequenz hat das Ziel, eine bestimmte Mindestrendite nicht zu unterschreiten, erheblich an Bedeutung gewonnen.

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Viele Großanleger rechnen nicht mit einer baldigen Zinswende in den großen Währungsräumen.

Institutionelle Investoren rechnen überwiegend nicht mit einer baldigen Zinswende in den USA und im Euro-Raum. Das geht aus mehreren aktuellen Umfragen, unter anderem von Universal Investment, hervor. Mit der jüngsten Zinssenkung der EZB, die ihren Leitzins auf das historische Tief von 0,25 Prozent zurückgenommen hat, ist der Leidensdruck von Großanlegern noch einmal gewachsen. „Die Zinsen werden auch in den nächsten Jahren nur geringfügig steigen“, prognostiziert Heinz-Werner Rapp, CIO von Feri.

Vor diesem Hintergrund stellen immer mehr Investoren ihr Asset Management und ihre Asset Allocation auf die neuen Gegebenheiten ein. „Raus aus Renten, rein in Aktien, Immobilien und andere Sachwerte, lautet derzeit bei vielen Marktteilnehmern die Devise“, beobachtet Rapp. Darüber hinaus gewinnen Senior Secured Loans, Private-Equity-Beteiligungen und Optionsprämienstrategien als Ertragsquellen an Bedeutung.

Ein weiterer Grund für den veränderten Assetmix ist, dass sich immer mehr Großanleger von Benchmarkstrategien verabschieden. Einer aktuellen Studie von Union Investment zufolge, hat das Ziel, eine bestimmte Mindestrendite nicht zu unterschreiten, erheblich an Bedeutung gewonnen. Für knapp zwei Drittel der 104 befragten institutionellen Anleger in Deutschland ist dieser Aspekt inzwischen außerordentlich wichtig. Diese Entwicklung zeigt nach Ansicht der Autoren, dass der Renditedruck erheblich gestiegen ist.

Knoch[at]derTreasurer.de