Metzler: geringe Ertragschancen in den nächsten Jahren

15.10.15 08:30

Staatsanleihen unter Druck

Von Antonia Kögler

Das Niedrigzinsumfeld setzt Staatsanleihen als Assetklasse besonders zu. Wer bei der Geldanlage nicht um die Bonds herum kommt, sollte bei der Auswahl einige wichtige Faktoren beachten.

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Bei der Investition in Staatsanleihen sollte man regionale Konzentrationsrisiken vermeiden.

Mit Staatsanleihen können Anleger im derzeitigen Niedrigzinsumfeld keine großen Erträge mehr einfahren. Doch die Aussichten werden auch mit­telfristig nicht besser, hat eine Analyse des Bankhauses Metzler erbracht.

„Wir gehen da­von aus, dass die durchschnittliche Ertragsrate in den nächsten sieben Jahren bei etwa 0 Prozent liegen wird“, sagt Chef­volkswirt Edgar Walk. „Derzeit herrscht eine Fehlbewertung am Ren­tenmarkt, und wir unterstellen, dass sich das in den nächsten sieben Jah­ren korrigiert.“ Eine Normalisierung der Zinsen würde jedoch mit erheb­lichen Kursverlusten bei europäischen Staatsanleihen einhergehen.

Konzentrationsrisiken vermeiden

Doch selbst wenn einige Investo­ren gerne stärker umschichten wür­den, werden Staatsanleihen aufgrund regulatorischer Vorgaben und zur Sta­bilisierung des Portfolios weiter einen hohen Stellenwert haben. Doch man sollte dabei keine großen Konzentra­tionsrisiken zulassen.

Metzler setzt bei globalen Staats­anleiheportfolios deshalb auf ei­gene Überlegun­gen und stützt sich nicht auf marktkapitali­sierte Indizes. „In diesen Indizes werden häufig hochverschuldete und überbewer­tete Länder bevorzugt“, kritisiert der Portfoliomanager Uwe Sundermaier. Metzler betrachtet mehrere Faktoren, wie zum Beispiel die In- und Auslands­verschuldung und auch die Steilheit der Zinsstrukturkurve. „Die Rendite­differenz zwischen langen und kurzen Laufzeiten ist als Gewichtungskrite­rium besser geeignet als das Rendite­niveau“, sagt Sundermaier.

Koegler[at]derTreasurer.de