Druck auf den Ausfinanzierungsgrad der Pensionspläne

02.09.14 08:00

Steigende Pensionsverpflichtungen

Von Antonia Kögler

Der niedrige Rechnungszins drückt den Ausfinanzierungsgrad der Pensionspläne. Das gewachsene Planvermögen der Unternehmen allein reicht nicht aus, um den Anstieg der Verpflichtungen aufzufangen.

Linde macht sich das niedrige Zinsumfeld zunutze und stützt mit Anleihe-Erlösen den eigenen Pensionsplan.

Linde

Linde macht sich das niedrige Zinsumfeld zunutze und stützt mit Anleihe-Erlösen den eigenen Pensionsplan.

Der Ausfinanzierungsgrad der Pensionspläne nimmt ab. Bei Unternehmen im Dax ist die Ausfinanzierung um 4 Prozentpunkte und im MDax um 3,3 Prozentpunkte zurückgegangen, hat die Beratungsgesellschaft TowersWatson berechnet. 100-Prozent-Pläne verzeichneten sogar einen Rückgang von 5,5 Prozentpunkten. Ende 2013 war noch eine deutliche Erholung des Ausfinanzierungsgrades der Pensionsverpflichtungen zu erkennen, was vor allem an den boomenden Aktienmärkten lag.

Wie in den vergangenen Jahren sind auch in diesem Jahr die Planvermögen der Unternehmen weiter gewachsen. Grund dafür sind die gestiegenen Renditen am Aktien- und Anleihemarkt. Der Return globaler Aktien ist um 7 Prozent gestiegen. Anleihepositionen erbrachten eine um 6 Prozent gestiegene Rendite.

Unternehmen lockt der Kapitalmarkt

Die positive Entwicklung auf dem Anlagemarkt konnte jedoch die gestiegenen Pensionsverpflichtungen nicht vollständig kompensieren. Für diesen Anstieg der Verpflichtungen ist vor allem der niedrige Rechnungszins verantwortlich. Nachdem sich der Zins Ende 2013 zu stabilisieren schien und auf 3,65 Prozent stieg, ist er 2014 konstant gesunken und liegt derzeit bei 3,07 Prozent. Um die steigenden Pensionsverpflichtungen besser schultern zu können, sammeln einige Unternehmen wie der Konzern Linde jetzt Geld am Kapitalmarkt ein und machen sich so die niedrigen Zinsen zunutze.

Koegler[at]derTreasurer.de