Druck auf Banken steigt nach EZB-Entscheidung

06.04.16 08:00

Strafzinsen weiten sich auf Mittelstand aus

Von Antonia Kögler

Nachdem die EZB den Einlagenzins für Banken erneut gesenkt hat, steigt für Treasurer der Druck bei der kurzfristigen Geldanlage. Die Banken ziehen die Zügel an.

JChambers/iStock/Thinkstock/Getty Images

Nach der EZB-Entscheidung Anfang März spitzt sich die Lage bei den Strafzinsen weiter zu. Immer weniger Geldhäuser schließen sie kategorisch aus. Auf Anfrage von DerTreasurer teilte die BayernLB mit: „Wir schauen uns das Thema vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen genau an, schließen aber Negativzinsen auf bestimmte Kundeneinlagen auf Kontokorrentkonten künftig nicht aus.“ Bis vor kurzem waren die Bayern noch eines der wenigen Geldhäuser, das keine Strafzinsen erhoben hatte.

Schon vorher wurde bekannt, dass die Commerzbank ihre mittelständischen Kunden nicht mehr von den sogenannten Guthabengebühren ausschließt. Bisher half das Umschichten in längere Laufzeiten oder das Verteilen der liquiden Mittel auf verschiedene Institute.

Kaum eine Bank schließt Strafzinsen noch aus

„Für Banken sind Anlageformen mit Laufzeiten von mehr als 31 Tagen attraktiver als kürzere, und das vergüten wir unseren Kunden“, sagt zum Beispiel Stefan Tiemann, der bei der österreichischen Raiffeisen Bank International (RBI) den Bereich Corporate Sales leitet. Die Österreicher versuchen im Zusammenspiel mit den Kunden Negativzinsen zu vermeiden. Bei opportunistisch angelegten Übernacht-Geldern schließt auch die RBI negative Zinsen künftig nicht mehr aus.

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