Regulierung bedroht Geldmarktfonds

06.12.13 08:35

Studie: Liquidität bleibt Schlüssel

Von Desiree Backhaus

Europäische Unternehmen legen ihr Cash so an, dass sie möglichst schnell darüber verfügen können. Geldmarktfonds sind dafür eines der beliebtesten Anlageinstrumente. Doch eine neue Regulierung bedroht sie. Auch Treasurer sind beunruhigt, wie nun eine Studie ergab.

Priorität bei der Geldanlage: Unternehmen wollen schnell an ihr Cash kommen.

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Priorität bei der Geldanlage: Unternehmen wollen schnell an ihr Cash kommen.

Die schnelle Verfügbarkeit von Liquidität bleibt eine der zentralen Herausforderungen von Treasurern weltweit. Das ergab eine Studie von JP Morgan Asset Management unter 200 Finanzverantwortlichen. Die befragten europäischen Unternehmen legten 40 Prozent ihrer Cash-Reserven in Bankeinlagen und 41 Prozent in Geldmarktfonds an. Unternehmensanleihen, Commercial Paper und Repos stehen demnach nur für insgesamt 13 Prozent der Anlagen. Generell investieren Unternehmen mit höheren Cash-Reserven auch eher in risikoreichere und langfristigere Assets. Wer dagegen weniger Cash hat, legt auch weniger diversifiziert an, so die Studie.

Treasurer beunruhigt über Regulierung von Geldmarktmarktfonds

Das beliebteste europäische Anlageinstrument – die Geldmarktfonds – könnten jedoch durch die EU- Schattenbanken-Regulierung an Attraktivität verlieren: Die im September veröffentlichte Verordnung sieht  Kapitalpuffer und Regeln für das Fälligkeitsprofil des Portfolios von Geldmarktfonds vor. Die Branche warnt vor einem De-Facto-Verbot von Geldmarktfonds, die einen festen Rückkaufswert für ihre Fondsanteile garantieren (Constant Net Asset Value). Der Wechsel hin zu einem schwankenden Rückkaufswert beunruhigt auch die Treasurer, wie die JP Morgan-Umfrage zeigt: 71 Prozent der Befragten würden in diesem Fall zwar weiterhin in Geldmarktfonds investieren, viele würden Teile ihres Cashs allerdings anders allokieren. Immerhin 29 Prozent  würden komplett auf Geldmarktfonds verzichten.

Auch das Niedrigzinsumfeld hinterlässt weiter Spuren: Die Suche nach Rendite hat dazu geführt, dass in Europa mittlerweile jeder fünfte Euro in Separate Accounts angelegt wird. In Separate Accounts können Unternehmen Papiere mit verschiedener Rendite, Risiko und Laufzeiten bündeln. Auch im Falle einer Zinswende, die nach der EZB-Leitzinssenkung etwas in die Ferne gerückt ist, seien diese Instrumente sinnvoll, so JP Morgan.

backhaus[at]derTreasurer.de