Bei der Geldanlage schlagen Corporates andere Anleger in Sachen Rendite

05.08.15 09:59

Unternehmen setzen auf höhere Aktienquoten

Von Antonia Kögler

Bei der Geldanlage schlagen Corporates andere Anleger in Sachen Rendite. Die Aktienquoten liegen derzeit auf einem Rekordhoch – das könnte sich aber ändern.

Bei der Geldanlage schlagen Corporates andere Anleger in Sachen Rendite.

solarseven/iStock/Thinkstock/Getty Images

Bei der Geldanlage schlagen Corporates andere Anleger in Sachen Rendite.

Unternehmen setzen bei ihrer langfristigen Geldanlage stärker auf Aktien als andere institutionelle Anleger. Mit dieser Strategie haben sie eine deutlich bessere Rendite erzielt als andere Anleger. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse der Kapitalverwaltungsgesellschaft Universal Investment (UI), die DerTreasurer in Auszügen exklusiv vorliegt. In der Studie wurden die Spezialfondsanlagen verschiedener Anlegergruppen auf der Master-KVG-Plattform von Universal-Investment untersucht. Das Volumen der analysierten Assets lag bei 179 Milliarden Euro.

Unternehmen haben einen deutlich höheren Aktienanteil in ihren Spezialfonds als andere Anleger. Die Quote liegt aktuell bei etwa 35,8 Prozent. Das ist der höchste Stand des Aktienanteils seit Beginn der Datenerhebung Anfang 2012. Im Durchschnitt aller Anlegergruppen liegt dieser Anteil lediglich bei 30 Prozent. „Unternehmen sind als Investoren Aktien gegenüber grundsätzlich aufgeschlossener als andere Kundengruppen. Darüber hinaus geht der Anstieg des Aktienanteils zum größten Teil auf Kurssteigerungen an den Aktienmärkten zurück“, sagt Ralf Bräuer, der sich bei UI für das Geschäft mit institutionellen Kunden verantwortlich zeigt. Es wurde also nicht aktiv mehr Geld in Aktien investiert.

Unternehmen mit einem Anlageplus von 12 Prozent

„Die meisten Unternehmen haben sogar Geld aus ihrer Aktienallokation abgezogen, sonst läge der Anteil heute schon bei ca. 40 Prozent.“ Die derzeit steigende Volatilität an den Märkten hat laut der Analyse noch nicht zu Umschichtungen in den Portfolios zu stabileren Anlagen geführt. „Die Anleger beobachten die aktuelle Situation ganz genau. Durch Overlay-Strategien können sie ein Sicherheitsnetz über ihr gesamtes Portfolio spannen, ohne die Allokation jetzt schon aktiv verändern zu müssen“, sagt Bräuer. Der Rentenanteil in den Spezialfonds ist leicht rückläufig und liegt über alle Anlegergruppen hinweg bei rund 50 Prozent. „Im Gesamtportfolio haben vor allem Staatsanleihen stark an Bedeutung verloren“, sagt Bräuer. Ihre Quote ist seit Anfang 2012 von rund 30 Prozent auf etwa 19 Prozent gesunken. Innerhalb des Rentenanteils nehmen sie noch rund ein Drittel ein.

In den letzten zwölf Monaten haben Unternehmen mit dieser Anlagestrategie ein Plus von 12,12 Prozent erwirtschaftet, der Mittelwert aller Anleger lag dagegen nur bei 9,89 Prozent. Sollten die Aktienmärkte allerdings nicht mehr so gut laufen wie bisher, werden auch Unternehmen ihre Asset-Allokation überdenken müssen.

Koegler[at]derTreasurer.de