China weitet Freihandelszone Schanghai aus

18.11.14 08:00

China erleichtert Cash Management landesweit

Von Desiree Backhaus

Grund zur Freude für Treasurer: Die chinesische Zentralbank PBoC weitet die Cash-Management-Lockerungen der Freihandelszone Schanghai auf das gesamte Land aus. Beim grenzüberschreitenden Cash Pooling gibt es jedoch einige Einschränkungen – für Mittelständler dürften die zum Stolperstein werden.

China erleichtert Cash Management landesweit

iStock/Thinkstock /Getty Images

Renminbi-Cash-Pooling: Nicht mehr nur in der Freihandelszone Schanghai

Es hatte sich bereits angedeutet, nun ist es soweit: Die chinesische Zentralbank PBoC weitet einige Pilotprojekte in der Freihandelszone Schanghai auf das gesamte Land aus. Das geht aus einem Rundschreiben der PBoC vom 5. November hervor, das der HSBC vorliegt. Ab sofort können Unternehmen demnach Payment- und Receivables-on-behalf-Strukturen landesweit einsetzen. Dasselbe gilt für das Netting von Forderungen und Verbindlichkeiten in China. Auch die für Treasurer wohl wichtigste Lockerung im Cash Management ist ab sofort landesweit erlaubt: grenzüberschreitendes Renminbi-Cash-Pooling, das seit Februar Unternehmen mit Sitz in der Freihandelszone Schanghai erlaubt ist.

Hier gibt es jedoch wichtige Einschränkungen. „Unternehmen müssen mindestens 5 Milliarden Renminbi (650 Millionen Euro) Umsatz in China erzielen, um für das grenzüberschreitende Renminbi-Cash-Pooling in Frage zu kommen“, sagt Gabriele Schnell, Leiterin Cash Management und Payments bei der HSBC Deutschland. Dieser Grenzwert dürfte dazu führen, dass zunächst vor allem in China tätige Großkonzerne in den Genuss der Öffnung kommen. „Es ist jedoch wahrscheinlich, dass die Zentralbank diesen Mindestumsatz herabsetzt oder streicht, wenn sie die Liberalisierung als erfolgreich einstuft“, sagt Schnell. Diese Strategie der schrittweisen Öffnung hat China bereits bei anderen Pilotprojekten verfolgt.

Renminbi-Cash-Pooling landesweit erlaubt – mit Einschränkungen

Weniger problematisch dürfte dagegen die Vorschrift sein, dass alle ausländischen Cash-Pool-Teilnehmer insgesamt 1 Milliarden Renminbi (130 Millionen Euro) erwirtschaften müssen. Chinesische Tochtergesellschaften, die an den Cash Pool angebunden werden, müssen außerdem mindestens drei Jahre alt sein. Das dürfte nur in einigen wenigen Fällen ein Ausschlusskriterium sein. Hintergrund dieser Einschränkung könnte sein, dass China verhindern will, dass Unternehmen den Cash-Pool-Kanal nutzen, um massenhaft Geld aus dem Land abzuziehen. Die Sorge vor Hot Money und Spekulation ist im Reich der Mitte weit verbreitet.

Obwohl die Erweiterung der Freihandelszone laut HSBC ab sofort gilt, wird es wohl bis ins erste Halbjahr 2015 dauern, bis die ersten Unternehmen die neuen Möglichkeiten nutzen können: „Wir nehmen nun sofort Gespräche mit unseren Kunden auf, der Genehmigungs- und Implementierungsprozess wird sich aber – wie in China üblich – noch etwas hinziehen“, sagt Schnell.

backhaus[at]derTreasurer.de