Äußerst schnelle Zahlungsabwicklung

04.08.17 13:31

Kryptowährungen erfordern Umdenken im Zahlungsverkehr

Von Sabine Paulus

Internetwährungen wie Bitcoin sorgen für Aufsehen. In Deutschland hat sich die Zahl der Nutzer der virtuellen Zahlungsmittel innerhalb eines Jahres verdoppelt. Bahnt sich eine Revolution im Zahlungsverkehr an?

Virtuelle Währungen wie Bitcoin könnten staatliche Währungen und Gold als Zahlungsmittel ablösen, glauben mehr als ein Drittel der Befragten einer Studie von BearingPoint zufolge.

Vchal/iStock/Thinkstock/Getty Images

Virtuelle Währungen wie Bitcoin könnten staatliche Währungen und Gold als Zahlungsmittel ablösen, glauben mehr als ein Drittel der Befragten einer Studie von BearingPoint zufolge.

Bitcoin, Ethereum, Ripple – Kryptowährungen werden in Deutschland immer bekannter und auch zunehmend genutzt. Haben im vergangenen Jahr lediglich 5 Prozent der deutschen Verbraucher eine Kryptowährung zum Bezahlen verwendet, waren es in diesem Jahr mit 11 Prozent bereits mehr als doppelt so viele. Das ergab eine Studie der Unternehmensberatung BearingPoint, die im Rahmen einer Online-Erhebung über 1.000 Verbraucher aus ganz Deutschland befragt hat.

Mehr als ein Drittel der Befragten hält es sogar für wahrscheinlich, dass virtuelle Zahlungsmittel staatliche Währungen und Gold ablösen werden. Heute bieten allerdings nur einige wenige Händler und Gastronomen ihren Kunden die Bezahlung per Bitcoin an. Allerdings stuft ebenfalls nur etwa ein Drittel der Befragten Bitcoin, Ethereum und Co. im Hinblick auf ihre Preisstabilität als vertrauenswürdig ein. Der Bitcoin-Kurs etwa ist extrem volatil, zudem missbrauchen auch Kriminelle die Kryptowährungen für ihre illegalen Machenschaften.

Die Internetwährungen generell zu verteufeln, halten Experten aber für falsch. „Die Digitalisierung der Finanzwirtschaft führt zur Beschleunigung im Ablauf der Finanzprozesse, um Verbraucherbedürfnisse immer und jederzeit befriedigen zu können“, sagt Robert Bosch, Partner bei BearingPoint im Bereich Financial Services. So ermöglichten es Kryptowährungen beispielsweise, Zahlungen nahezu in Lichtgeschwindigkeit zu beauftragen und abzuwickeln.

Konkret bedeutet das, dass die Zahlungen sofort gutgeschrieben werden und in dem Moment garantiert und endgültig passiert sind, wenn sie in der Blockchain erscheinen. „Es gibt zwar Abweichungen bei den unterschiedlichen Kryptowährungen, diese bewegen sich aber im Sekundenbereich", sagt Bosch weiter.

Sicherheit und Werterhaltung müssen gewährleistet sein

Bis die virtuellen Währungen aber als alternatives Zahlungsmittel oder Anlageform zu staatlichen Währungen und Gold angesehen werden, muss Bosch zufolge „in Bezug auf die Geldfunktionen noch einiges passieren“. Hierfür müssen zunächst entsprechende technische und gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, um beispielsweise Sicherheit und Werterhaltung der virtuellen Zahlungsmittel zu gewährleisten.

Wenn diese Punkte erreicht sind, könnten die virtuellen Zahlungsmittel den Zahlungsverkehr gerade im B2C-Bereich revolutionieren. „Bitcoins sind digitales Gold, die Hartwährung des 21. Jahrhunderts“, sagte Oliver Flaskämper, der die Handelsplattform Bitcoin.de betreibt, bereits 2013 in einem Interview mit FINANCE-TV. Insbesondere Handelsunternehmen wären dann gefordert, neue Bezahlmodelle zu entwickeln. Für Corporate Treasurer aus Industriekonzernen dürften Kryptowährungen hingegen nur eine geringe Rolle spielen.

Paulus[at]derTreasurer.de

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