5. Cash Management Campus

21.06.17 14:26

Treasurer diskutieren über KYC, Fake President und Blockchain

Von Jakob Eich

Gut 150 Treasurer und Cash Manager fanden sich bei der fünften Ausgabe des Cash Management Campus in Köln ein. Sie diskutierten vor allem über die zukünftigen Herausforderungen.

Michal Dybala, Chefvolkswirt für Zentral- und Osteuropa bei der BNP Paribas, referiert auf dem 5. Cash Management Campus über die Weltwirtschaft.

J. Eich/Frankfurt Business Media GmbH

Michal Dybala, Chefvolkswirt für Zentral- und Osteuropa bei der BNP Paribas, referiert auf dem 5. Cash Management Campus über die Weltwirtschaft.

Treasurer sind weiterhin auf der Suche, wie sie im Zuge der Digitalisierung mit den Herausforderungen im Cash Management umgehen sollen. Das ist eines der Ergebnisse des 5. Cash Management Campus, der am gestrigen Dienstag in der Kölner Wolkenburg stattfand.

Als erstes stand für die über 150 Besucher eines der dominierenden Themen der vergangenen zwölf Monate im Mittelpunkt: Sicherheit im Zahlungsverkehr. Darüber diskutierten die Experten Wilhelm Deißmann (Mann+Hummel), Rainer Hofmann (Heraeus) und Marc Rommerswinkel (Henkel).

Cash Manager ziehen Lehren aus Fake-President-Fällen

Dabei kam heraus: Treasury-Abteilungen wollen den Zahlungsverkehr weiter standardisieren und zentralisieren – auch eine Reaktion auf die spektakulären Betrugsfälle bei Leoni, ABB, FACC und Co.. Luft nach oben scheint es für viele noch zu geben: Auf die Frage, wie zentralisiert und standardisiert der Bereich schon sei, gab die Hälfte der Cash Manager „sehr wenig“ bis „mittel“ an. Nur rund 14 Prozent sehen sich sehr gut aufgestellt.

Nach der Mittagspause teilten sich die Treasurer auf. In einem Saal ging es um die Digitalisierung und was die Treasury-Systeme leisten können. Im zweiten Workshop wurde das Thema Know Your Customer (KYC) diskutiert. Speziell bei letzterem entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, weil die hohen Compliance-Vorgaben an die Banken auch ihren Firmenkunden zum Teil den letzten Nerv rauben. Bei der 4. EU-Geldwäscherichtlinie etwa, die bis kommende Woche implementiert sein muss, herrschte bei den anwesenden Treasurern noch viel Unsicherheit, welche Pflichten sich daraus für ihre Unternehmen ergeben.

Instant Payments sind für Treasurer noch weit weg

Zum Abschluss ging es in einer Podiumsdiskussion um die Zukunft des Cash Managements. Jean-Francois Denis (BNP Paribas), Cornelia Hesse (European Association of Treasurers), Christian Mnich (SAP) und Thomas Schräder (PWC) gingen auf Themen rund um Zukunftstechnologien ein.

Dabei durfte das Hype-Thema Blockchain natürlich nicht fehlen. Für die Expertenrunde ist das Thema noch in den Kinderschuhen, es laufen erst Pilotprojekte. Gleichwohl: Das Potential der Finanztechnologie ist für Treasury-Abteilungen enorm. Es könnte ein „Game-Changer“ werden.

Auch die anstehende Einführung der Swift Instant Payments treibt die Experten um. Diese sollen ab November dieses Jahres Zahlungsverkehr in sekundenschnelle ermöglichen. Allerdings dürften die Echtzeitzahlungen wesentlich später nützlich werden: Die Panelisten gehen frühestens von Ende 2018 aus. Aber auch Mitte 2019 oder sogar erst 2020 seien möglich.

Eich[at]derTreasurer.de

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