Sportartikelhersteller gelingt mit zwölfjährigem Bond Novum

17.10.14 07:54

Adidas begibt ungeratete Eurobonds

Von Sabine Paulus

Der Sportartikelhersteller Adidas platziert zwei Anleihen über insgesamt 1 Milliarde Euro. Mit diesen Emissionen haben die Herzogenauracher ein Novum geschafft.

Adidas begibt ungeratete Euro-Anleihen

Adidas

Der Sportartikelhersteller Adidas emittiert eine zwölfjährige und eine siebenjährige Anleihe.

Adidas hat seit fünf Jahren erstmals wieder den Anleihemarkt angezapft. Dabei hat der Sportartikelhersteller ein Novum geschafft. Der syndizierte Eurobond der Herzogenauracher hat mit zwölf Jahren die längste Laufzeit eines Emittenten ohne Rating. Er hat ein Volumen von 400 Millionen Euro und wird mit 2,25 Prozent verzinst.

Zusätzlich hat Adidas eine siebenjährige Anleihe über 600 Millionen Euro begeben, deren Kupon bei 1,25 Prozent liegt. „Diese Emission ermöglicht es uns, von den derzeit kostengünstigen Finanzierungsmöglichkeiten auf dem Eurobond-Markt zu profitieren und langfristig günstige Finanzierungskosten zu sichern“, sagt Robin J. Stalker, Finanzvorstand des Adidas-Konzerns.

Den Erlös will der Sportartikelhersteller für allgemeine Unternehmenszwecke verwenden. Dies umfasse unter anderem  die Rückzahlung bestehender sowie die Vorfinanzierung fällig werdender Finanzverbindlichkeiten, teilte der Konzern mit. Zu den Kosten, die Adidas durch die frühzeitige Refinanzierung sparen wird, äußerte sich der Sportartikelhersteller auf Anfrage nicht. Zudem will Adidas einen weiteren Teil des Emissionserlöses in das Shareholder-Return-Programm und in den Pensionsfond im Rahmen eines Contractual-Trust-Agreement (CTA) einzahlen.

Adidas sichert betriebliche Altersvorsorge ab

Für Adidas ist die Emission damit gleich in doppelter Hinsicht ein Erfolg: Der Sportartikelhersteller hat nicht nur sehr günstig sein Laufzeitenprofil verlängert, sondern sichert auch die  betriebliche Altersvorsorge weiter ab. Der Technologiekonzern Linde hatte im Frühsommer ebenfalls schon das günstige Marktumfeld genutzt und mit einer zehnjährigen Anleihe einen Teil seiner Pensionsverpflichtungen finanziert.

Die deutschen Unternehmen kämpfen mit ihren steigenden Verpflichtungen bei ihren Pensionsplänen. Der niedrige Rechnungszins drückt den Ausfinanzierungsgrad der Pensionspläne. Das gewachsene Planvermögen der Unternehmen reicht nicht mehr aus, um den Anstieg der Verpflichtungen aufzufangen. Manch ein Unternehmen ist gezwungen, sich nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten umzuschauen.

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