Interview mit Treasurer Jörg Boche zur Comeback-Anleihe von Volkswagen

11.04.17 10:16

„Anleger wollten keine kleineren Portionen“

Von Sabine Paulus

Jörg Boche, Leiter Konzern-Treasury von Volkswagen, spricht mit DerTreasurer über die Comeback-Anleihe, den Dieselskandal und die Pläne für die Finanzierung des Autobauers in diesem Jahr.

Volkswagen konnte das Emissionsvolumen seiner Comeback-Anleihe von den ursprünglich geplanten 4 Milliarden Euro auf 8 Milliarden Euro verdoppeln. „Dass die Nachfrage so hoch sein würde, hat uns schon etwas überrascht“, sagt Treasurer Jörg Boche.

Klaus Lange, Berlin

Volkswagen konnte das Emissionsvolumen seiner Comeback-Anleihe von den ursprünglich geplanten 4 Milliarden Euro auf 8 Milliarden Euro verdoppeln. „Dass die Nachfrage so hoch sein würde, hat uns schon etwas überrascht“, sagt Treasurer Jörg Boche.

Herr Boche, Volkswagen war seit 18 Monaten nicht am Anleihemarkt aktiv. Die Rückkehr war zwar angekündigt, nicht aber der genaue Zeitpunkt. War das Timing jetzt, wo die Geschäftszahlen für 2016 vorlagen, ideal?
Ja, unsere jetzige Rückkehr an den Anleihemarkt war tatsächlich durch die Veröffentlichung unserer Geschäftszahlen für das Jahr 2016 bedingt. Es lagen alle Informationen auf dem Tisch. Deshalb war Ende März unserer Ansicht nach ein guter Zeitpunkt, um an den Markt zu gehen.

Ihr Gefühl hat Sie nicht getrügt: Sie konnten das geplante Volumen auf 8 Milliarden Euro glatt verdoppeln, die Anleihe ist die bisher größte Emission im Jahr 2017. Wie kam es dazu, dass sie so viel auf einmal platziert haben?
Erst einmal müssen wir uns bei unseren Anlegern bedanken, dass sie uns dieses Zeichen des Vertrauens gegeben haben. Aber zu Ihrer Frage: Im Vorfeld haben uns viele Anleger zurückgespiegelt, dass sie es positiv finden würden, wenn wir jetzt eine große Anleihe platzieren statt mehrere Euro-Anleihe kurzfristig hintereinander. Sie wollten nicht, dass wir mit kleineren Portionen in den Markt gehen. Das erhöht die Visibilität und die Anleger wissen, woran sie sind.

Das Orderbuch schloss bei einem Volumen von mehr als 25 Milliarden Euro. Kam die stürmische Nachfrage für Sie überraschend?
Da wir mehr als anderthalb Jahre nicht am Markt waren, hatte sich sicher ein gewisser Anlagebedarf in Volkswagen angestaut. Den konnten wir bedienen. „Dass die Nachfrage aber so hoch sein würde, hat uns schon etwas überrascht.“

Das hat Ihnen sicherlich auch beim Pricing geholfen …
In der Tat. Wir sind sehr zufrieden mit dem Pricing: Dadurch, dass die Anleihe mehrfach überzeichnet war, konnten wir die Spreads im Vergleich zum Initial Price Talk deutlich verringern. Wenn man die Spreads im Markt sieht, stellt man fest, dass sie ein paar Basispunkte reingelaufen sind, aber doch auch nicht so stark. Im Grunde genommen haben wir einen fairen Preis für uns, aber auch für die Anleger erzielt.

Wie lange der Dieselskandal Volkswagen noch beschäftigen wird und was Treasurer Jörg Boche für die Finanzierung des Autobauers in diesem Jahr noch plant, erfahren Sie im vollständigen Interview in unserem aktuellen E-Magazin von DerTreasurer 07/2017.

Paulus[at]derTreasurer.de

Was derzeit am Bondmarkt möglich ist, erfahren Sie auf unserer Themenseite „Anleihe“ aus erster Hand.