Verhandlungen um Monsanto-Übernahme laufen stockend

17.06.16 08:00

Bayer sichert sich M&A-Finanzierung

Von Antonia Kögler

Bayer hat bisher für die Übernahme des US-amerikanischen Saatgutherstellers Monsanto kein höheres Angebot abgegeben. In der Brückenfinanzierung soll jedoch Raum dafür sein.

Fünf Banken stellen dem Bayer-Konzern Berichten zufolge das nötige Kapital für die geplante Übernahme von Monsanto zur Verfügung.

Bayer AG

Fünf Banken stellen dem Bayer-Konzern Berichten zufolge das nötige Kapital für die geplante Übernahme von Monsanto zur Verfügung.

Die Verhandlungen zwischen Bayer und Monsanto über eine mögliche Übernahme verlaufen schleppend. Wochen nachdem Monsanto das erste Gebot der Leverkusener von 62 Milliarden Euro abgelehnt hatte, sollen die Leverkusener immer noch keinen Blick in die Bücher der US-Konkurrenz geworfen haben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Monsanto habe das bisher nicht zugelassen und wartet auf ein besseres Angebot. Der Bayer-Konzern bewerte den Saatgutproduzenten in den Augen der US-Amerikaner zu niedrig und habe außerdem noch keinen Weg gefunden, regulatorische und finanzielle Risiken aus dem Weg zu räumen, heißt es.

Bayer konnte sich allerdings die Finanzierung für den Milliardendeal schon sichern. 60 Milliarden Euro ist die Brückenfinanzierung laut Reuters schwer und kann auf bis zu 75 Milliarden Euro ausgeweitet werden. Der Konzern ist also gerüstet, auch ein höheres Angebot abzugeben. Mehr Geld will Bayer aber erst bieten, wenn es einen besseren Einblick in das Geschäft von Monsanto erhält.

Fünf Banken stellen Kredit für Bayer

Das Darlehen hat eine Laufzeit von einem Jahr. Laut Handelsblatt soll der Zins im ersten halben Jahr bei rund 0,5 Prozent liegen und danach steigen. Die Summe wird den Leverkusenern von fünf Banken zur Verfügung gestellt. Neben den Fusionsberatern Bank of America Merrill Lynch und Credit Suisse sollen sich laut Reuters auch die HSBC, Goldman Sachs und JP Morgan an der Finanzierung beteiligen.

Insgesamt will Bayer den Kaufpreis aus Eigen- und Fremdkapital finanzieren. Der Eigenkapitalanteil von rund einem Viertel soll dabei größtenteils aus einer Kapitalerhöhung stammen. Von diesen rund 15 Milliarden Euro sollen 3 Milliarden Euro mit Wandelanleihen finanziert, die restliche Summe bei Investoren platziert werden, heißt es in dem Bericht. Ein schneller Verkauf von anderen Unternehmensteilen sei für die Finanzierung des Deals jedenfalls nicht notwendig, teilte Bayer-Chef Werner Baumann mit. Sollte der Kauf gelingen, steht Bayer eine große Refinanzierung an den volatilen Bondmärkten bevor – und könnte dabei vom Hunger der EZB profitieren.

koegler[at]derTreasurer.de