BNY Mellon zur Depotbank für ADR-Programm ernannt

26.07.16 11:29

BMW wechselt zu gesponsertem Programm für American Depositary Receipts

Von Sabine Paulus

Der Dax-Konzern BMW will globalen Investoren einen leichteren Zugang zu seiner Aktie ermöglichen und baut dabei auf ein gesponsertes American-Depositary-Receipts-Programm. Der Autokonzern ist mit dieser Strategie nicht allein.

Der Autokonzern BMW will seine Beteiligungsstruktur langfristig ausbauen und wechselt deshalb zu einem gesponserten American-Depositary-Receipts-Programm.

BMW Group

Der Autokonzern BMW will seine Beteiligungsstruktur langfristig ausbauen und wechselt deshalb zu einem gesponserten American-Depositary-Receipts-Programm.

Der Autokonzern BMW will sich mit einem neuen Programm für Hinterlegungsscheine besser im US-amerikanischen Kapitalmarkt aufstellen. Dafür wechselt das Unternehmen von einem  nicht gesponserten American-Depositary-Receipts-Programm (ADR-Programm) zu einem gesponserten. „Die USA sind ein strategisch wichtiger Markt für die BMW Group, sowohl aus operativer Sicht, als auch im Hinblick auf unsere Anlegerbasis“, sagt Norbert Mayer, Senior Vice President Finance & Group Treasurer der BMW Group.

„Durch den Umstieg auf ein Level-I Sponsored ADR-Programm wollen wir den Zugang zu unserer Aktie für globale Investoren erleichtern und unsere Beteiligungsstruktur langfristig ausbauen,” sagt Mayer. Die ADRs werden weiterhin am US-OTC-Markt (Over-the-Counter) gehandelt. Der Finanzdienstleister BNY Mellon wurde zur Depotbank für das gesponserte ADR-Programm des Autokonzern ernannt.

ADR-Programm erleichtert Zugang zum Finanzmarkt

American Depositary Receipts sind handelbare US-Wertpapiere, die von einer US-Depotbank emittiert werden und in der Regel das Recht an einer Aktie eines Nicht-US-Unternehmens verbriefen. Für die Investoren ist es ein indirekter Weg zur Aktie deutscher Unternehmen,  die nicht in den USA börsennotiert sind.

Gesponserte ADR-Programme geben den Unternehmen die Flexibilität, sich an einer amerikanischen Börse listen zu können und Kapital aufzunehmen. Viele Unternehmen bevorzugen BNY Mellon zufolge gesponserte ADR-Programme, weil sie damit unter anderem direkt mit den registrierten DR-Investoren kommunizieren und ihre Unternehmensaktivitäten zentralisieren können. Die Folge: eine höhere Transparenz für die Investoren und mehr Kontrolle für die Unternehmen. Manchem konservativen Investoren gibt es auch ein größeres Vertrauen, dass das Unternehmen selbst das ADR-Programm unterstützt. Ungesponsorte Programme verlaufen weitgehend ohne Einfluss der Unternehmen.

Wechsel zu gesponserten ADR-Programm ein Trend

BMW folgt mit diesem Wechsel in ein gesponsertes Programm einer Reihe von anderen global operierenden Unternehmen. In den letzten drei Jahren sind 19 Unternehmen aus mehreren Ländern auf gesponserte Programme mit BNY Mellon umgestiegen. Zu ihnen gehören beispielsweise auch das Schweizer Softwareunternehmen Temenos und der britische Wissenschaftsverlag Informa.

„Der Wechsel zu einem aktiv unterstützten (also ‚gesponserten‘) ADR-Programm ist ein Trend, den wir zuletzt auch bei anderen Unternehmen beobachten konnten“, sagt Nadja Schliebener, Head of Client Relations für Deutschland, Österreich und Osteuropa innerhalb des Despositary-Receits-Geschäfts von BNY Mellon.

Es gibt aber auch einige deutsche Unternehmen, die die Vorteile eines gesponserten ADR-Programms zu schätzen wissen und dieses direkt nutzen, ohne zuvor ein ungesponsertes Programm verwendet zu haben. Zu ihnen gehören beispielsweise der Industriekonzern ThyssenKrupp und der Modekonzern Hugo Boss. Zum 30. September 2015 belief sich BNY Mellon zufolge das in deutschen Unternehmen über American-Depositary-Receipt-Programme investierte Vermögen auf mehr als 6,7 Milliarden US-Dollar.

Paulus[at]derTreasurer.de

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