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06.10.17 09:16

Brenntag platziert Anleihe über 600 Millionen Euro

Von Sabine Paulus

Brenntag hat eine neue Anleihe platziert. Das Marktumfeld und der Chemiehändler selbst haben sich im Vergleich zu 2011 sehr verändert. Das hat sich auch auf die Konditionen der aktuellen Anleihe ausgewirkt.

Der Chemiehändler Brenntag hat das Volumen seiner neuen Anleihe aufgrund der starken Nachfrage und der attraktiven Konditionen um 100 Millionen Euro aufgestockt.

Brenntag

Der Chemiehändler Brenntag hat das Volumen seiner neuen Anleihe aufgrund der starken Nachfrage und der attraktiven Konditionen um 100 Millionen Euro aufgestockt.

Brenntag hat über seine niederländische Finanzierungstochter eine neue Unternehmensanleihe bei institutionellen Investoren platziert. Der achtjährige Bond hat ein Volumen von 600 Millionen Euro und einen Kupon von 1,125 Prozent. Der Ausgabepreis der Anleihe liegt Unternehmensangaben zufolge bei 99,227 Prozent.

Die Emission war mehrfach überzeichnet. Das Orderbuch lag bei „gut 3 Milliarden Euro“, sagt Thomas Langer, Vice President Corporate Finance und Investor Relations bei Brenntag, gegenüber DerTreasurer. Die starke Nachfrage und die attraktiven Konditionen seien auch die Gründe gewesen, warum das ursprünglich anvisierte Volumen um 100 Millionen Euro aufgestockt worden war. „Aus unserer Sicht ist die Anleiheplatzierung sehr gut gelaufen“, sagt Langer.

Brenntag spart im Vergleich zu 2011 Millionen bei Zinszahlungen

Mit dem Emissionserlös will der Chemiehändler, der 10,5 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2016 umgesetzt hat, bestehende Finanzverbindlichkeiten ablösen. Im kommenden Sommer wird beispielsweise eine Anleihe des MDax-Konzerns fällig. Den Bond über 400 Millionen Euro hatte das Unternehmen aus Mülheim an der Ruhr im Juli 2011 mit einem Kupon von 5,5 Prozent begeben. Damals lag Brenntags Rating noch im Cross-over-Bereich: Erst einen Monat zuvor hatten S&P und Moody’s die Bonitätsnote des Chemiehändlers um jeweils eine Stufe auf BBB–/Ba1 angehoben.

Inzwischen gehören die Nordrhein-Westfalen  zu den reinen Investmentgrade-Adressen: Seit März 2015 bewertet Moody’s Brenntag mit Baa3, S&P sieht den Chemiehändler bereits seit Oktober 2014 bei BBB. Durch das gegenwärtig sehr attraktive Zinsumfeld und die verbesserte Bonität spart der MDax-Konzern Millionen bei den Zinszahlungen. Zum Vergleich: Musste der Chemiehändler 2011 noch 22 Millionen Euro jährlich für die Anleihezinsen in die Hand nehmen, ist es jetzt mit 6,75 Millionen Euro nur noch rund ein Drittel davon – trotz des höheren Emissionsvolumens.

Weiterer Erfolg für Brenntag nach Neuverhandlung des Kredits

Das ist für CFO Georg Müller und Thomas Langer ein weiterer Erfolg nach der Neuverhandlung des syndizierten Kredits zu Jahresbeginn. Damals konnten sie die Kreditdokumentationen Brenntags Rating entsprechend anpassen: „Wir haben viele Kleinigkeiten ausgehandelt, die uns in unserer Finanzierung mehr Freiraum verschaffen“, sagte Langer Ende Februar zu DerTreasurer. Nur ein Covenant zur Nettoverschuldung zum Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei so wie bisher enthalten.

Neben dem Ablösen bestehender Finanzverbindlichkeiten will der Chemiehändler noch die allgemeine Geschäftsentwicklung der Gruppe finanzieren. Brenntag geht eigenen Angaben zufolge von „guten“ Wachstumsaussichten aus, nennt aber keine konkreten mittel- oder langfristigen Wachstumsprognosen für sein Geschäft.

Paulus[at]derTreasurer.de

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