Mauser-Übernahme: einer der größten Private-Equity-Deals in Deutschland 2014

26.06.14 08:00

CD&R finanziert Mauser-Übernahme vorwiegend mit Fremdkapital

Von Sabine Paulus und Markus Dentz

Der Finanzinvestor Clayton, Dubilier & Rice (CD&R) übernimmt den Industrieverpackungshersteller Mauser für rund 1,7 Milliarden US-Dollar (etwa 1,2 Milliarden Euro) und will die Transaktion vorwiegend über Fremdkapital finanzieren.

CD&R finanziert Mauser-Übernahme vorwiegend mit Fremdkapital

Mauser

Es ist einer der größten Private-Equity-Deals in diesem Jahr in Deutschland: Das US-Private-Equity-Haus Clayton, Dubilier & Rice (CD&R) hat den Industrieverpackungshersteller Mauser aus Brühl bei Köln für rund 1,7 Milliarden US-Dollar (etwa 1,2 Milliarden Euro) gekauft. Damit ist der Kaufpreis etwa so hoch wie der Umsatz, den Mauser im vergangenen Jahr mit 4.400 Mitarbeitern realisiert hat.

Die Kartellbehörden müssen dem M&A-Deal zwar noch zustimmen, aber das Closing wird in der zweiten Jahreshälfte erwartet. Mauser ist seit langem in Private-Equity-Hand: Der Vorbesitzer Dubai International Capital (DIC) hatte Mauser 2007 vom Private-Equity-Haus One Equity Partners (OEP) für seinerzeit rund 850 Millionen Euro übernommen.

Second-Lien-Tranchen wieder in Akquisitionsfinanzierungen möglich

Die jetzige Transaktion finanziert CD&R mit einer Mischung aus Fremd- und Eigenkapital. Die Akquisitionsfinanzierung setzt sich der Ratingagentur Moody’s zufolge wie folgt zusammen: Ein langfristiger First-Lien-Kredit mit einer US-Dollar- und einer Euro-Tranche über 462 Millionen US-Dollar und über 340 Millionen Euro. Beide laufen bis Juni 2021. Außerdem gibt es eine Multicurrency-Kreditlinie über 150 Millionen Euro und eine Capex-Fazilität über 50 Millionen Euro. Wie in strukturierten Akquisitionsfinanzierungen neuerdings wieder möglich, wurde eine nachrangige Second-Lien-Tranche über 295 Millionen Euro eingezogen. Der Eigenkapitalanteil von CD&R liegt bei lediglich 242 Millionen Euro. Credit Suisse, Barclays, BNP Paribas, ING Capital, Natixis und Nomura Securities International haben sich Unternehmensangaben zufolge bereits verpflichtet, die für den Abschluss erforderliche Finanzierung bereitzustellen.

Damit liegt die Verschuldung laut Moody’s bei dem siebenfachen Ebitda. Deswegen sieht die Ratingagentur Mauser im hochspekulativen Bereich und hat dem Industrieverpackungshersteller ein B3-Rating zugewiesen.

Mauser gilt zwar als sehr cashflowstark, hatte in den vergangenen Jahren aber immer wieder mit der Einhaltung der Covenants zu kämpfen. Nach Information von DerTreasurer gibt es in dem neuen Kreditpaket so gut wie keine Covenants. Zunächst einmal hat der Abbau des enormen Schuldenbergs oberste Priorität.