Bislang nur Investmentgrade-Adressen im EZB-Kaufprogramm

02.11.16 09:13

EZB behält K+S-Anleihen trotz Ratingherabstufung

Von Sabine Paulus

K+S hat eine Ratingherabstufung kassiert und ist nicht mehr im Investmentgrade. Trotzdem trennt sich die EZB nicht von den Anleihen des Salz- und Düngemittelkonzerns, obwohl sie eigentlich nur Unternehmensanleihen von Investmentgrade-Emittenten erwerben darf.

Die EZB trennt sich auch nach der Ratingherabstufung von K+S nicht von den Anleihen der Kasseler.

K+S

Die EZB trennt sich auch nach der Ratingherabstufung von K+S nicht von den Anleihen der Kasseler.

Die Europäische Zentralbank (EZB) trennt sich selbst von Ramschanleihen nicht. Drei Bonds des Düngemittel- und Salzkonzerns K+S bleiben auch nach einer Herabstufung des Unternehmens auf Non-Investmentgrade-Niveau in der Hand der Währungshüter. Das ergeben aktuelle Daten der Bundesbank.

Die EZB hatte die Anleihen von K+S im Zuge ihres Kaufprogramms erworben, als Standard&Poor’s (S&P) die Papiere der Kasseler noch mit BBB- und damit im Investmentgrade bewertet hat. Dieses Gütesiegel ist Voraussetzung dafür, dass die Währungshüter die Unternehmensanleihen aufkaufen darf. S&P hatte aber vor einigen Tagen die Bonität des MDax-Konzerns auf BB+ gesenkt, Ausblick negativ. Die Ratingagentur begründete diesen Schritt mit anhaltend niedrigen Kalipreisen, Produktionseinschränkungen in Deutschland sowie einer erwarten leichten Verzögerung beim Kaliminen-Projekt Legacy in Kanada.

K+S platzierte Debüt-Schuldschein im Frühjahr

Seit Juni dieses Jahres kauft die EZB Unternehmensanleihen von Firmen mit Sitz in der Euro-Zone auf. Im Zuge dieses Kaufprogramms haben die Währungshüter schon Corporate Bonds im Volumen von 37,82 Milliarden Euro erworben. Im Frühsommer dieses Jahres setzte K+S allerdings auf eine Schuldschein-Finanzierung. Das MDax-Unternehmen hatte etwa zeitgleich mit dem Start des EZB-Kaufprogramms mit der Vermarktung seines Debüt-Schuldscheins begonnen: „Das hat den preislichen Vorteil für uns schrumpfen lassen“, sagte Jörg Bettenhausen, Head of Corporate Finance & Accounting bei K+S, gegenüber DerTreasurer.

Bereits während der Vermarktungsphase des Schuldscheins bestand das Risiko einer Ratingherabstufung für K+S. S&P ist derzeit die einzige Ratingagentur, von der die Kasseler eine Bonitätseinschätzung erhalten. Die Ratinganalysten hatten den Düngemittelkonzern zuletzt am 12. April dieses Jahres von BBB auf BBB- herabgestuft, damals noch mit stabilem Ausblick.

Paulus[at]derTreasurer.de

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