Anleihe refinanziert

04.03.16 10:48

Freenet platziert Schuldschein über 560 Millionen Euro

Von Antonia Kögler

Der Internetkonzern Freenet hat einen neuen Schuldschein platziert. Damit hat sich ein weiteres Unternehmen außerhalb des Bondmarkts refinanziert.

Freenet

Freenet hat 560 Millionen Euro mit einem neuen Schuldschein eingesammelt.

Ein weiteres Unternehmen hat sich bei der Refinanzierung gegen den Bondmarkt entschieden. Der Internetkonzern Freenet hat einen neuen Schuldschein platziert. 560 Millionen Euro sammelte das Telekommunikationsunternehmen aus Büdelsdorf (Schleswig-Holstein) ein. Ursprünglich waren nur 300 Millionen Euro geplant, das Unternehmen hatte aber signalisiert, dass ein höheres Volumen möglich sei. Mit den neuen Mitteln soll die im April fällig werdende Anleihe des Unternehmens refinanziert werden. Freenet wird deshalb bald deutlich Zinsen sparen können.

Während der Bond über 400 Millionen Euro noch mit 7,125 Prozent verzinst wird, liegt der durchschnittliche Zinssatz für den Schuldschein nur bei 1,12 Prozent. Das Unternehmen verfügt über kein externes Rating, laut Finanzvorstand Joachim Preisig werde Freenet von den Kapitalgebern inzwischen auf Investmentgrade-Niveau eingestuft.

Freenet verschafft sich Spielraum für Zukäufe

Der Schuldschein fächert sich in Tranchen mit drei unterschiedlichen Laufzeiten sowie variabler und fixer Verzinsung auf. Die beiden größten Tranchen laufen über fünf Jahre. 264 Millionen Euro haben einen festen Zins von 1,03 Prozent. Für die variable Tranche über 179 Millionen Euro erwartet Freenet in den ersten sechs Monaten einen Zins bei rund 1 Prozent. Eine siebenjährige Tranche über 78,5 Millionen Euro wird mit 1,45 Prozent fest verzinst.

Bei der kleineren variablen Tranche über 15 Millionen Euro geht Freenet von einem Kupon von 1,2 Prozent für das erste halbe Jahr aus. Die fixe zehnjährige Tranche mit einem Volumen von 23,5 Millionen Euro hat einen Kupon von 1,95 Prozent. Das Schuldscheindarlehen enthält einen Euribor-Floor. Als Bookrunner waren BayernLB, Commerzbank, LBBW und Unicredit mandatiert.
 
Ursprünglich wollte Finanzvorstand Joachim Preisig die im April fällig werdende Anleihe nicht vollständig refinanzieren, sondern lediglich einen Teil, wie er im vergangenen Jahr in einem Interview andeutete. Jetzt will Freenet mit den neuen Mitteln neben der Refinanzierung des Bonds auch eine Reserve für weiteres Wachstum und mögliche Akquisitionen schaffen. Ein weiterer Grund für das höhere Volumen war das günstige Zinsniveau, sagte eine Sprecherin gegenüber DerTreasurer.

koegler[at]derTreasurer.de