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06.06.13 00:21

Hochzinsanleihe und revolvierende Kreditlinie bei Stabilus

Von Sabine Paulus

Vor drei Jahren stand es bei Stabilus Spitz auf Knopf – Gläubiger und Gesellschafter stritten sich um die Refinanzierung des Koblenzer Gasfederherstellers. Heute sind die Koblenzer wieder kapitalmarktfähig.

Stabilus ist wieder kapitalmarktfähig.

Holger Weinandt

Stabilus ist wieder kapitalmarktfähig.

Stabilus hat eine Hochzinsanleihe mit einem Volumen von 315 Millionen Euro platziert. Der Bond läuft fünf Jahre und wird mit 7,75 Prozent verzinst. Moody’s bewertet den High-Yield-Bond vorläufig mit B2, Fitch mit B+. Gleichzeitig hat der Autozulieferer eine revolvierende Kreditfazilität über 25 Millionen Euro abgeschlossen. Bei beiden Transaktionen hat die Kanzlei Allen & Overy den Gasfederhersteller beraten. Die Anleihen unterliegen New Yorker Recht, besonders bei High-Yield-Bonds hilft erfahrungsgemäß der tiefe US-Investoren-Markt.

Von den Transaktionen profitieren besonders die Eigentümer und Gläubiger des Unternehmens. Einem Ratingreport von Fitch zufolge will Stabilus mit dem frischen Geld und knapp 30 Millionen Euro an Cash existierende Verbindlichkeiten von rund 242 Millionen Euro, die sich in etwa zur Hälfte aus Senior Krediten und Mezzanine-Kapital zusammensetzen, refinanzieren. Circa 81,2 Millionen sollen demnach an die Aktionäre ausgeschüttet werden, um unter anderem ein Gesellschafterdarlehen zurückzuzahlen. Zusätzlich würden rund 12,1 Millionen Euro an die Genussrechtsgläubiger gezahlt werden. Die Verschuldung ändert sich durch die aktuelle Transaktion nicht dramatisch: Fitch erwartet nach der Refinanzierung zum Ende des Geschäftsjahres 2013, dass die Verschuldung bereinigt bei dem 4,5-fachen EBITDAR liegt. Am Ende des Geschäftsjahres 2012 lag dieses Verhältnis beim 4.4-fachen.

Stabilus entkommt der Pleite

Vor drei Jahren stand Stabilus kurz vor der Pleite. Anfang April 2010 hatten die Gläubiger rund um den Investor Triton den Autozulieferer über die Schulden  übernommen. Dabei verlor der bisherige Eigentümer, der US-amerikanischer Private-Equity-Fonds Paine & Partners, seine Beteiligung. Auch die Mezzanine-Gläubiger, zu denen unter anderem Axa Private Equity, European Capital und Lloyds gehörten, gingen leer aus. Die Nachranggläubiger hatten 2008 rund 75 Millionen Euro in den Stabilus-Buy-out gesteckt.

Paulus[at]derTreasurer.de