Testballon durch unternehmensinterne Platzierung

18.08.17 11:30

Japanisches Unternehmen platziert erste Bitcoin-Anleihe

Von Sabine Paulus

Der japanische Finanzinformationsanbieter Fisco hat in einem Testballon die weltweit erste Bitcoin-Anleihe platziert. Bis solche Anleihen aber gängige Praxis am Kapitalmarkt sind, sind noch einige Hürden zu überwinden.

Der japanische Finanzinformationsanbieter Fisco experimentiert mit einer Bitcoin-Anleihe.

Alfexe/iStock/Thinkstock/Getty Images

Der japanische Finanzinformationsanbieter Fisco experimentiert mit einer Bitcoin-Anleihe.

Nach Daimlers Blockchain-Schuldschein folgt nun die erste Bitcoin-Anleihe: Wie erst jetzt bekannt wurde, hat der japanische Finanzinformationsanbieter Fisco bereits vor rund einer Woche erstmals eine Anleihe platziert, die in der Internetwährung Bitcoin notiert ist. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, ist die Emission im Rahmen einer unternehmensinternen Platzierung erfolgt. Konkret habe ein Unternehmensteil dem anderen die Anleihe abgekauft. Es handele sich um eine dreijährige Anleihe im Gesamtwert von 200 Bitcoins. Dies entspricht einem Gegenwert von knapp 735.000 Euro, wenn man den Wechselkurs vom heutigen Freitag zugrunde legt.

Ein Ziel sei gewesen, das Potenzial von in Bitcoin notierten Anleihen zur Mittelaufnahme zu testen, wird Masayuki Tashiro zitiert. Der ranghohe Unternehmensvertreter von Fisco erwartet demnach, dass der Bitcoin künftig als normales Finanzprodukt anerkannt und wahrgenommen wird.

Regulatoren müssen noch von Bitcoin-Anleihen überzeugt werden

In Japan sind Kryptowährungen wie der Bitcoin bereits jetzt als Zahlungsmittel zugelassen. Auch in Deutschland werden die virtuellen Zahlungsmittel immer bekannter und zunehmend genutzt. Eine Studie der Unternehmensberatung BearingPoint ergab kürzlich, dass in diesem Jahr bereits 11 Prozent der deutschen Verbraucher eine Kryptowährung zum Bezahlen verwendet haben. Das ist mehr als doppelt so viel wie im vergangenen Jahr.

Problematisch an den Kryptowährungen ist allerdings, dass deren Wechselkurse sehr stark schwanken. Gerade der Bitcoin-Kurs ist extrem volatil. Im vergangenen Jahr hat sich der Wert eines Bitcoins gegenüber dem Euro mehr als versiebenfacht. Zudem missbrauchen Kriminelle die Kryptowährungen für ihre illegalen Machenschaften.

Bis ein Unternehmen eine Bitcoin-Anleihe bei institutionellen Investoren oder sogar Privatanlegern platzieren kann, dürfte noch einige Zeit vergehen. Es müssten erst technische und gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, um beispielsweise Sicherheit und Werterhaltung der virtuellen Zahlungsmittel zu gewährleisten. Auch die Regulatoren müssten noch überzeugt werden, damit Unternehmen über den normalen Emissionskanal Bitcoin-Anleihen platzieren können.

Paulus[at]derTreasurer.de

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