2015 war das Jahr der Jumbo-Darlehen

11.02.16 08:00

M&A-Finanzierungen treiben den Markt

Von Antonia Kögler

Weltweit hat das Volumen der vergebenen Investmentgrade-Kredite am Rekordniveau genagt. Die M&A-Welle ist der größte Treiber. Das hat nicht nur Auswirkungen auf den Kreditmarkt.

Weltweit setzen die Finanzverantwortlichen im Investmentgrade-Bereich wieder stärker auf Kredite.

Rawpixl Ltd/iStock/Thinkstock/Getty Images

Weltweit setzen die Finanzverantwortlichen im Investmentgrade-Bereich wieder stärker auf Kredite.

Investmentgrade-Kredite haben im vergangenen Jahr in Europa und den USA ein Comeback als Finanzierungsquelle erlebt. Das Gesamtvolumen dieser Kredite stieg um 6 Prozent auf 1,65 Billionen US-Dollar (rund 1,52 Billionen Euro). Damit liegt das Volumen fast auf dem Rekordniveau von 1,71 Billionen US-Dollar aus dem Jahr 2007. Das hat der aktuelle Corporate Funding Monitor der Anwaltskanzlei Allen & Overy ergeben.

Größter Treiber sind die starken M&A-Aktivitäten der Unternehmen, die zu einer hohen Nachfrage nach großvolumigen Brückenfinanzierungen geführt haben. In den Top 20 der Investmentgrade-Deals, über die insgesamt 360 Milliarden US-Dollar Kredite an Unternehmen vergeben wurden, waren immerhin 38 Prozent Brückenfinanzierungen. Viele dieser kurzfristigen Kreditlinien werden 2016 wieder fällig. Allen & Overy geht deshalb davon aus, dass es ein starkes Jahr am Anleihemarkt werden wird, da diese Linien häufig durch Bonds refinanziert werden.

Allerdings blieb der Jahresauftakt hierzulande stark hinter den Erwartungen zurück. Im vergangenen Jahr hatten Kredite den Anleihen weltweit den Rang als wichtigste Finanzierungsquelle im Investmentgrade-Markt kurzfristig abgelaufen. Durch die anstehenden Refinanzierungen der Brückenfinanzierungen am Bondmarkt dürfte sich dieser Trend laut der Kanzlei wahrscheinlich wieder umkehren. Allerdings bewegen sich beide Finanzierungsformen im Investmentgrade-Markt mittlerweile auf ähnlichem Niveau. Insgesamt betrachtet haben Kredite allerdings weiterhin die Nase vorn.

Hochzinsanleihen auf dem Vormarsch

Ein Segment, das innerhalb des Anleihemarkts für weiteres Wachstum sorgen kann, sind laut der Kanzlei Hochzinsanleihen am europäischen Markt. Auch wenn ihr Volumen von 124 Milliarden US-Dollar (2014), also ca. 114 Milliarden Euro, auf 80 Milliarden US-Dollar (2015) gesunkten ist, zeigt sich insgesamt eine große Wachstumsdynamik. Vor zehn Jahren lag das Volumen lediglich bei 26 Milliarden US-Dollar (24 Millionen Euro).

Neben der Finanzierung von Leveraged Buyouts entwickelt sich das Instrument auch zur Alternative zum Bankkredit für kleinere Unternehmen. Darüber hinaus werden auch Emittenten aus den USA den europäischen Markt aufgrund der unterschiedlichen Preisentwicklung in den nächsten Jahren möglicherweise verstärkt nutzen.

Koegler[at]derTreasurer.de