Automobilzulieferer sammelt 3,5 Milliarden US-Dollar ein

13.05.15 08:00

Nächstes Debüt von ZF Friedrichshafen

Von Antonia Kögler

ZF Friedrichshafen hat die Finanzierung der TRW-Übernahme jetzt beendet. Den Abschluss bildete die Debütemission eines US-Bonds über 3,5 Milliarden US-Dollar.

ZF

ZF Friedrichshafen schließt mit der Emission eines US-Bonds die Finanzierung der TRW-Übernahme ab.

Nach der Platzierung der ersten Euro-Anleihe vor wenigen Wochen (siehe DerTreasurer 08/2015) hat ZF Friedrichshafen sich jetzt auch noch den US-Kapitalmarkt erschlossen. 3,5 Milliarden US-Dollar (etwa 3,1 Milliarden Euro) haben die Friedrichshafener bei ihrer Debütemission von US-Bonds eingesammelt, um die Übernahme des US-Konzerns TRW zu finanzieren. Es hätte noch mehr sein können, das Interesse der Investoren war groß. Das Orderbuch belief sich auf stolze 15 Milliarden US-Dollar.

„Die Investoren waren von ZFs Kreditgeschichte überzeugt“, sagt Ingo Nolden. Nach Einschätzung des Debt-Capital-Markets-Experten der HSBC fand die Logik der Übernahme des US-Unternehmens TRW Automotive Anklang bei den Investoren. HSBC, Bank of America Merrill Lynch, Citi und JP Morgan haben das Unternehmen bei der Transaktion als Joint Active Bookrunner begleitet.

Der US-Bond besteht aus drei Tranchen. Die fünfjährige und die siebenjährige Tranche haben jeweils ein Volumen von 1 Milliarde US-Dollar und werden mit 4 und 4,5 Prozent verzinst. Die dritte Tranche über 1,5 Milliarden Euro hat eine Laufzeit von zehn Jahren und einen Kupon von 4,75 Prozent.

Akquisition finanziert

Gezeichnet wurde das Papier ausschließlich von institutionellen Investoren, die Anleihe wurde unter der sogenannten „Rule 144a“ begeben. Wie bei ausländischen Emittenten in den USA üblich, wurde die Anleihe dabei nur qualifizierten institutionellen Anlegern angeboten, was die Dokumentationserfordernisse vereinfacht. „ZF war in der Lage, die Anleihe mit einer Dokumentation zu begeben, die Investmentgrade-Standards entspricht, und hat keine High-Yield-Covenants bei der Emission einbezogen“, erklärt Ingo Nolden. Das ist bemerkenswert, da ZF von den Ratingagenturen mit Ba2 beziehungsweise BB bewertet wird.

Damit hat ZF den letzten Baustein seiner Akquisitionsfinanzierung platziert. Den Auftakt machte im Januar der bislang größte Schuldschein eines Unternehmens über 2,2 Milliarden Euro. Darauf folgte im vergangenen Monat die Euro-Anleihe mit einem Volumen von 2,25 Milliarden Euro.

Koegler[at]derTreasurer.de