LMA entwickelt Standardformulare für Privatplatzierungen nach englischem Recht

26.02.15 08:00

Neuer LMA-Standard für Private Placements

Von Antonia Kögler

Die LMA hat neue standardisierte Dokumente für Privatplatzierungen entworfen. Sie basieren auf englischem Recht, sind aber nach eigener Aussage leicht anzupassen. Wie der Markt die Papiere nutzen wird, muss sich zeigen.

Die Loan Market Association entwickelt Standardformulare für Privatplatzierungen nach englischem Recht.

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Die Loan Market Association will die Standardisierung von Private Placements vorantreiben und hat dafür Standardformulare entwickelt.

Die Loan Market Association (LMA) wagt sich an ein neues Feld. Nachdem der Verband bereits einen europäischen Standard für syndizierte Kredite geschaffen hat, will er jetzt auch die Privatplatzierung mit einem ersten Schritt weiter erleichtern und vereinheitlichen. „Wir wurden von unseren Mitgliedern auf die Idee gebracht“, erläutert Amelia Slocombe, die das Projekt für LMA geleitet hat. „Die Marktteilnehmer haben ein großes Interesse an weiterer Standardisierung.“ Die International Capital Market Association und der britische Treasurer-Verband ACT haben das Vorhaben unterstützt. Außerdem gibt es ein großes politisches Interesse, den europäischen Markt für Privatplatzierungen weiter auszubauen.

Basierend auf bereits bestehenden Kreditformularen, hat die LMA Vorlagen für ein Private Placement nach englischem Recht geschaffen. Die Dokumente gehen von einer unbesicherten Transaktion eines Unternehmens mit quasi Investmentgrade aus, lassen sich aber laut LMA leicht adaptieren. Es existiert eine Version für eine kreditähnliche Transaktion ebenso wie für die Emission von Wertpapieren. „Die Dokumente sind leicht an die jeweiligen Bedürfnisse der Schuldner und Investoren anzupassen. Wir haben diese Form gewählt, weil sie am einfachsten zu replizieren ist“, sagt Slocombe. 

LMA sieht auch Potential für deutschen Markt

Sie hält die neuen Dokumente auch für deutsche Treasurer für interessant. „Auch wenn in Deutschland der Schuldscheinmarkt sehr stark ist, können auch deutsche Unternehmen diese Möglichkeit nutzen, um sich eine größere Investorenbasis zu erschließen.“ Gerade internationale Investoren könnten ein standardisiertes LMA-Format bevorzugen, da sie mit dem Aufbau der Formulare bereits vertraut sind. Für deutsche Treasurer gibt es die Möglichkeit, ein Private Placement nach englischem Recht abzuschließen oder aber auch die Dokumente auf deutsches Recht von einer Anwaltskanzlei übertragen zu lassen. „Wir sind sehr gespannt zu sehen, wie der Markt die Dokumente letztlich nutzen wird“, sagt Slocombe. Wenn ein großes Interesse besteht, kann sie sich auch vorstellen, dass die LMA selbst die Dokumente auf andere Jurisdiktionen überträgt, wie es bei den Kreditformularen bereits geschehen ist.

Koegler[at]derTreasurer.de