Windturbinenhersteller sammelt 550 Millionen Euro ein

08.04.16 08:00

Nordex begibt einen „Green Schuldschein“

Von Antonia Kögler

Nordex sammelt neues Geld über einen Schuldschein ein. Laut dem Hamburger Unternehmen gelingt ihnen dabei ein Novum.

Neuer Schuldschein für Nordex, diesmal in grün.

Nordex

Neuer Schuldschein für Nordex, diesmal in grün.

Nordex hat mit einem neuen Schuldschein 550 Millionen Euro eingesammelt. Ursprünglich wollten die Hamburger weniger als die Hälfte dieses Volumens erzielen. Der Schuldschein ist in Tranchen mit Laufzeiten über drei, fünf, sieben und zehn Jahre unterteilt, die jeweils fest und variabel verzinst werden. Bei der Platzierung liegt die Verzinsung nach Angaben von Nordex je nach Tranche zwischen 1,5 und 3 Prozent. Begleitet wurde die Platzierung von BayernLB, BNP Paribas, Commerzbank, HSBC und Unicredit. Der Windturbinenhersteller sorgt bei der aktuellen Emission für ein Novum.

Laut dem Unternehmen handelt es sich bei dem Darlehen um den ersten „Green Schuldschein“ überhaupt. Bisher wurden lediglich Green Bonds emittiert, mit deren Hilfe Emittenten sich Gelder für Umwelt- und Sozialprojekte beschaffen. Das Climate Bond Standard Executive Board hat bestätigt, dass die Erlöse aus dem Schuldschein von Nordex ausschließlich für Zwecke genutzt werden, die sich positiv auf den Klima- und Umweltschutz auswirken. Die Entscheidung basiert auf einem Gutachten der DNV GL Business Assurance, einem Zertifizierungsdienstleister mit Hauptsitz in Oslo. Nach Nordex hat der niederländische Milchprodukthersteller FrieslandCampina ebenfalls einen „Green Schuldschein“ über 300 Millionen Euro platziert.

Nordex finanziert M&A-Deal

Rund ein Viertel der Investoren, die den Schuldschein gezeichnet haben, sind Anleger, die sich bei der Auswahl ihrer Investments nach Umwelt- und Sozialstandards richten. Insgesamt ist rund die Hälfte der Investoren insgesamt aus Deutschland, die andere Hälfte aus dem Ausland.

Konkret will das Hamburger Unternehmen die neuen Mittel zur Übernahme des spanischen Windpark-Betreibers Acconia Windpower nutzen. In dieser Woche hat Nordex dafür die kartellrechtliche Freigabe erhalten. Im Zuge der Übernahmen wird der Mutterkonzern Acconia mit 29,9 Prozent der größte Ankeraktionär bei dem deutschen Unternehmen werden. Nordex und Acconia Windpower haben 2015 zusammen einen Umsatz von 3,4 Milliarden Euro erwirtschaftet. Weiterhin wird Nordex einen Teil der Mittel auch zur Rückzahlung der im April fälligen Unternehmensanleihe verwenden.

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