Thüga platziert Debüt-Hybridanleihe innerhalb der Gruppe

17.01.14 08:43

Thüga-CFO Schulte kann sich weitere Hybridanleihe vorstellen

Von Sabine Paulus

Premiere für den Energieversorger Thüga: Über seine Holding hat das Unternehmen eine Hybridanleihe innerhalb der Gruppe platziert. Thüga-CFO Christof Schulte kann sich nach der erfolgreichen Platzierung vorstellen, eine weitere Hybridanleihe im Kapitalmarkt zu emittieren.

Thüga-CFO Schulte kann sich weitere Hybridanleihe vorstellen

Thüga

Der Energieversorger Thüga hat mit der gerade platzierten Hybridanleihe ein neues Finanzierungsinstrument für sich entdeckt.

Der Energieversorger Thüga hat Neuland betreten und ein weiteres Finanzierungsinstrument für sich erschlossen. Mit der Debüt-Hybridanleihe hat die Thüga Holding 50 Millionen Euro innerhalb der eigenen Thüga-Gruppe eingesammelt. Dabei handelt es sich um einen Verbund von kommunalen Energie- und Wasserversorgern. „Mit der Hybridanleihe haben wir uns ein neues Finanzierungsinstrument erschlossen, das aufgrund seiner Ausgestaltung in unserer Konzernbilanz, die wir nach IFRS aufstellen, als Eigenkapital ausgewiesen werden kann und somit die Verschuldung nicht erhöht“, sagt Christof Schulte, Finanzvorstand der Thüga, zu DerTreasurer. Gleichzeitig könnten die Kuponzahlungen für ertragsteuerliche Zwecke als Betriebsausgaben geltend gemacht werden.

Der feste Zinssatz für die ersten fünf Jahre beträgt 4,5 Prozent pro Jahr. Danach wird zur variablen Verzinsung gewechselt, bei der sich die anfängliche Marge gemäß Anleihebedingungen um 2,5 Prozent jährlich erhöht. Die BayernLB agierte bei der Transaktion als Sole Lead Manager.

Unternehmen der Thüga-Gruppe zeichnen Hybridanleihe

Thüga-CFO Schulte kann sich weitere Hybridanleihe vorstellen

Dr. Christof Schulte

Eine Besonderheit dieser Transaktion ist, dass Thüga den Hybrid innerhalb der Gruppe platziert hat. „Diverse Unternehmen der Thüga-Gruppe haben uns bereits im Vorfeld der Transaktion mehrfach ihr Interesse an einer Investition in die Thüga signalisiert“, erklärt Schulte. „Als sich unsere Pläne für die Hybridanleihe konkretisierten, haben wir uns entschieden, diesen Unternehmen die Hybridanleihe primär anzubieten.“ Insgesamt haben sich 15 Investoren aus der Thüga-Gruppe beteiligt. Die Ticketgröße liegt der BayernLB zufolge zwischen 500.000 Euro und 10 Millionen Euro.

Während der Vermarktung wurde dem Energieversorger klar, dass das Nachfragevolumen aus der Thüga-Gruppe für den angestrebten Emissionsbetrag ausreicht, weshalb das Unternehmen keine weiteren Investoren mehr ansprechen musste. Doch auch das wäre ohne weiteres möglich gewesen. „Trotz der speziellen Investorenbasis basiert die Dokumentation bereits vollständig auf allgemein gültigen Marktvorgaben und -erwartungen“, sagt Paul Kuhn, Abteilungsleiter Debt Capital Markets Origination Corporates bei der BayernLB. „Das heißt, die Dokumentation zielt auch auf Drittinvestoren und bietet damit eine Möglichkeit für die aktuellen Investoren aus der Unternehmensgruppe, die Anleihen über den Markt zu verkaufen.“


Ein weiterer Vorteil sei, dass mit dieser Dokumentation bereits ein Standard für eine mögliche zweite Hybridanleihe besteht, die direkt im Markt und bei Drittinvestoren platziert werden könnte. Das ist zwar noch Zukunftsmusik, aber für den Thüga-CFO Schulte durchaus ein mögliches Szenario: „Nach dem erfolgreichen Einstieg in dieses Instrument können wir uns bei gegebenem Finanzierungsbedarf vorstellen, eine weitere Hybridanleihe im Kapitalmarkt zu platzieren.“

Derzeit gutes Umfeld für Hybridanleihen

Das Umfeld für Hybridanleihen ist derzeit gut. „Investoren suchen nach einem Renditeaufschlag und sind bereit, bei guten Bonitäten strukturelle Nachrangigkeit bzw. Hybridanleihen zu kaufen“, sagt Anleihespezialist Kuhn von der BayernLB. „2013 war historisch das aktivste Jahr in diesem Segment.“ Die Nachfrage in diesem Jahr sei ungebrochen, und weitere Transaktionen seien geplant.

Paulus[at]derTreasurer.de