Stahl- und Technologiekonzern erzielt niedrigsten Zinskupon all seiner Anleihen

28.02.14 09:04

ThyssenKrupp begibt Anleihe über 1,25 Milliarden Euro

Von Sabine Paulus

Der Stahl- und Technologiekonzern ThyssenKrupp hat eine milliardenschwere Anleihe platziert und damit niedrigsten Zinskupon all seiner Anleihen erzielt. Mit dem Emissionserlös will der Konzern die Fälligkeiten im Geschäftsjahr 2013/2014 über rund 1,8 Milliarden Euro teilweise ablösen.

ThyssenKrupp begibt Anleihe über 1,25 Milliarden Euro

ThyssenKrupp

Ein erfolgreicher Deal für ThyssenKrupp: Der Stahl- und Technologiekonzern hat bei seiner gerade platzierten Anleihe über 1,25 Milliarden Euro den niedrigsten Zinskupon all seiner Anleihen erzielt. Das Papier wird mit 3,125 Prozent verzinst und läuft fünf Jahre und acht Monate. „Aus unserer Sicht bot die gewählte Laufzeit ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis, da die Zinskurve sehr steil ist“, sagt eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage von DerTreasurer. BNP Paribas, Crédit Agricole, Deutsche Bank und SEB haben die Transaktion im Rahmen des 10 Milliarden Euro schweren Debt-Issuance-Programms von ThyssenKrupp federführend begleitet.

Der angeschlagene Stahlkonzern hat das Marktumfeld genutzt, um sein Fälligkeitenprofil der Finanzschulden zu verlängern und den Kapitalmarktanteil im Finanzierungsmix zu stärken. Fälligkeiten im Geschäftsjahr 2013/2014 über rund 1,8 Milliarden Euro werden durch die neue Anleihe teilweise abgelöst. Dazu gehört ein Euro-Bond über 1 Milliarde Euro, der mit 9,25 Prozent verzinst wird und im Juni 2014 fällig ist. Dieser Bond hat eigentlich einen Nominalzinssatz von 8 Prozent, ThyssenKrupp muss aber einen „Step-Up“ von 1,25 Prozent p.a. hinnehmen, da der Konzern bei den drei großen Ratingagenturen Moody’s, Fitch und S&P nicht mehr im Investmentgrade liegt.

ThyssenKrupp kann sich nun auf Neuausrichtung konzentrieren

ThyssenKrupp ist finanziell gestärkt. Ein wichtiger Schritt war die Kapitalerhöhung im Dezember 2013, mit der das Eigenkapital des Konzerns erhöht und die Nettofinanzschulden reduziert wurden. ThyssenKrupp hatte bei der Kapitalerhöhung einen Bruttoerlös von 882,3 Millionen Euro eingesammelt. Zum Jahresende 2013 hatte der Konzern liquide Mittel über 7,6 Milliarden Euro, bestehend aus 4,1 Milliarden Euro an flüssigen Mitteln und 3,5 Milliarden Euro an freien, zugesagten Kreditlinien. Die Nettofinanzschulden lagen Ende Dezember bei rund 4,5 Milliarden Euro. Mit diesem Polster kann sich der Konzern nun weiter auf seine Neuausrichtung konzentrieren.

Paulus[at]derTreasurer.de