Der Lebensmittelzutatenhersteller Wild Flavors begibt US-Private-Placement

13.02.14 09:06

Wild Flavors öffnet sich mit US-Private-Placement weiter gegenüber den Kapitalmärkten

Von Sabine Paulus

Der Lebensmittelzutatenhersteller Wild Flavors hat ein US-Private-Placement über insgesamt 200 Millionen US-Dollar platziert. CFO Christoph Schmitz spricht mit DerTreasurer über die beteiligten Investoren und die Möglichkeiten eines US-Private-Placements.

Wild Flavors öffnet sich mit US-Private-Placement weiter gegenüber den Kapitalmärkten

Thinkstock / Getty Images

Der Lebensmittelzutatenhersteller Wild Flavors betritt Neuland und begibt erstmals in der Unternehmensgeschichte ein US-Private-Placement.

Premiere für Wild Flavors: Das schweizerische Unternehmen in Besitz des deutschen Unternehmers Hans-Peter Wild und des Private-Equity-Investors KKR hat erstmals ein US-Private-Placement platziert. Seine Höhe beläuft sich auf insgesamt 200 Millionen US-Dollar. „Das US-Private-Placement war ein weiterer Schritt in Richtung Öffnung der Wild Flavors Gruppe gegenüber den Kapitalmärkten“, sagt Christoph Schmitz, Global CFO von Wild Flavors gegenüber DerTreasurer. „Ziel war es, unsere Investorenbasis unter Ausnutzung der derzeit hohen Liquidität und der attraktiven Konditionen weiter zu diversifizieren. Eine US-Dollar-Emission hat uns außerdem geholfen, das Fremdwährungsprofil unserer Bilanz auszugleichen.“

Das US-Private-Placement gliedert sich in zwei Tranchen. Die siebenjährige Tranche in Höhe von 160 Millionen US-Dollar, die jeweils zur Hälfte bei den beiden Investoren Northwestern Mutual Capital und Pricoa Capital Group platziert worden ist, hat einen Kupon von 3,71 Prozent. Die zehnjährige Tranche über 40 Millionen US-Dollar, die von Babson Capital Management gezeichnet worden ist, wird mit 4,4 Prozent verzinst. „Das uns angebotene Volumen war zunächst wesentlich höher als die letztendlich abgeschlossenen 200 Millionen US-Dollar“, sagt Schmitz. Das Orderbuch sei jedoch durch eine Reduzierung der angebotenen Marge sukzessive auf das Zielvolumen reduziert worden. Citigroup Global Markets agierte als „Active Placement Agent“ der Transaktion.

Wild-CFO Schmitz: „Verzögerte Ziehung für uns sehr attraktiv“

Die finalen Konditionen der Transaktion wurden am 21. November 2013 festgelegt mit einer aufgeschobenen Auszahlung am 5. Februar 2014. „Die Möglichkeit einer verzögerten Ziehung („Delayed Draw Down“) im ersten Quartal 2014 war für uns sehr attraktiv“, sagt Schmitz und begründet dies wie folgt: Da die Mittel nicht unmittelbar benötigt wurden, sei eine Verschiebung der Ziehung auch aus Kostengründen sinnvoll gewesen. Zudem habe Wild Flavors dadurch seine Bilanzkennziffern zum Jahresende 2013 optimieren können. In dem US-Private-Placement sind auch Covenants enthalten, im Wesentlichen seien das die Eigenkapitalquote und der Gesamtnettoverschuldungsgrad. „Die Covenants sind auf der Basis „Pari Passu“ mit unseren anderen Finanzierungsinstrumenten vereinbart worden und stellen daher keine Einschränkung dar“, sagt der CFO weiter.

Erst im vergangenen September hatte Wild Flavors seine syndizierte Kreditfazilität in Höhe von 250 Millionen Euro bis Herbst 2018 verlängert. Im Dezember 2011 hatte der Lebensmittelzutatenhersteller einen Schuldschein über 55 Millionen Euro begeben, der im Jahr 2016 fällig wird. Das US-Private-Placement ist damit das dritte Finanzierungsinstrument im Portfolio von Wild Flavors. Eine Anleihe ist dem CFO zufolge zwar denkbar, aber im Moment nicht geplant.


Paulus[at]derTreasurer.de