Agrarhändler erreicht fast achtfache Überzeichnung

06.11.14 08:13

Dritter Schuldschein bei Baywa

Von Sabine Paulus

Uwe Falk, Head of Treasury der Baywa, spricht mit DerTreasurer über den dritten Schuldschein des Agrarhändlers.

Dritter Schuldschein bei Baywa

Baywa

Bei seinem dritten Schuldschein hat der Handels- und Dienstleistungskonzern Baywa eine fast achtfache Überzeichnung erreicht.

Der Handels- und Dienstleistungskonzern Baywa hat erneut den Schuldscheinmarkt angezapft und dabei eine fast achtfache Überzeichnung erreicht. „Wir hätten die Möglichkeit gehabt, eine noch größere Überzeichnung zu bekommen“, sagt Uwe Falk, Head of Treasury von Baywa. Der Münchener Konzern hatte an einem Dienstag das Orderbuch aufgemacht und am Donnerstagmorgen schon Orders über 900 Millionen Euro von 280 Investoren im Buch. „Da wir so viel Geld nicht benötigen, haben wir das Orderbuch vorzeitig geschlossen“, sagt Falk.

Am Ende hat der Agrarhändler mit 383 Millionen Euro deutlich mehr platziert als die ursprünglich geplanten 120 Millionen Euro. Das ungerade Emissionsvolumen kam Falk zufolge dadurch zustande, dass Baywa jeden Investor quotal möglichst gleichviel zuteilen wollte. Schlussendlich haben nun knapp 190 Investoren den Schuldschein gezeichnet, 150 bis 160 stammen aus dem Primärbankenbereich, die restlichen sind Privatbanken und institutionelle Investoren. Die beiden Landesbanken LBBW und BayernLB haben die Emission begleitet.

Der Schuldschein gliedert sich in sechs Tranchen mit Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren, jeweils fix und variabel verzinst. Etwa 150 Millionen Euro entfallen dabei auf die Fünfjahrestranche, 130 Millionen auf das siebenjährige Laufzeitenband und rund 100 Millionen auf den Zahnjahresbereich. „Damit sind wir für die nächsten zehn Jahre sehr gut finanziert, und unsere finanzielle Flexibilität ist gewährt“, sagt der Baywa-Treasury-Chef.

Baywa fährt mit Schuldscheinerlös kurzfristige Verschuldung zurück

Uwe Falk leitet seit Januar 2011 das Treasury des Handels- und Dienstleistungskonzerns Baywa.

Uwe Falk

Den Emissionserlös will das Unternehmen in erster Linie zur vorzeitigen Refinanzierung des 2010 emittierten Schuldscheins nutzen. „Gleichzeitig können wir zusätzlich kurzfristige Betriebsmittellinien langfristig zu einem sehr attraktiven Zinsniveau absichern“, sagt Baywa-CFO Andreas Helber.

Falk ergänzt: „Im August, September und Oktober steigt unsere Verschuldung zyklisch an, weil wir die Ernte der Landwirte ankaufen.“ Dadurch erhöht sich auch das Working Capital von Baywa enorm. „Mit dem Schuldscheinerlös können wir nun unsere kurzfristige Verschuldung zurückfahren und kurzfristige Linien ablösen.“

Zwar äußert sich Falk nicht zu den Konditionen und sagt lediglich, dass die Preisstellung am unteren Ende der Spanne erfolgte. „Man kann sich aber denken, dass die Zinslast nicht sehr hoch ist, da man zehn Jahre derzeit mit einem Einstand von 1,18 Prozent und fünf Jahre mit einem Einstand von 0,49 Prozent bekommt.“ Insgesamt konnte sich Baywa über die gesamte Laufzeit einen Zinsvorteil von rund 400.000 Euro sichern.

Nach der erfolgreichen Platzierung kann sich Falk nun wieder auf die Post-Merger-Integration der verschiedenen Zukäufe aus den vergangenen drei Jahren konzentrieren. „Die Finanzierung von Tochtergesellschaften wird neu strukturiert“, sagt der Treasury-Chef. „Wir müssen beispielsweise darauf achten, dass keine Gläubiger strukturell im Nachrang sind.“

Paulus[at]derTreasurer.de

Uwe Falk leitet seit Januar 2011 das Treasury des Handels- und Dienstleistungskonzerns Baywa. Zuvor war der gelernte Banker Cash Manager bei Knorr-Bremse, einem Bremssystemhersteller für Schienen- und Nutzfahrzeuge.