Neuer Treasury-Chef Stratmann über die Herausforderungen

27.01.15 08:00

Lanxess-Treasury-Chef Koch wird CFO im Mittelstand

Von Desiree Backhaus

Christoph Koch macht den nächsten Karriereschritt und wird CFO bei dem Mittelständler Hüttenes-Albertus. Sein Nachfolger als Treasury-Chef bei Lanxess, Oliver Stratmann, sprach mit DerTreasurer über die Herausforderungen der neuen Aufgabe.

Oliver Stratmann, der neue CFO bei Lanxess, sprach mit DerTreasurer über die Herausforderungen der neuen Aufgabe.

Lanxess

Kurz vor Weihnachten wurde bekannt, dass Christoph Koch den Spezialchemiekonzern Lanxess zum 31. März verlassen wird. Nun ist auch klar wo es den Treasury-Chef hinzieht: Koch wird CFO bei dem Düsseldorfer Familienunternehmen Hüttenes-Albertus, einem typischen Hidden Champion im Mittelstand. Der Hersteller gießereichemischer Produkte ist in 30 Länder weltweit aktiv und macht jährlich etwa 450 Millionen Euro Umsatz.

Auf spektakuläre Kapitalmarkt-Deals wie Dim-Sum-Anleihen wird Koch künftig zwar verzichten müssen, dafür lockt bei Hüttenes-Albertus die gesamtkaufmännische Herausforderung: Koch wird in der nur zweiköpfigen Geschäftsführung für die klassischen Finanzressorts Treasury, Controlling und Accounting verantwortlich sein. Hinzu kommen Recht und IT, aber auch für Personal, Einkauf, Beteiligungen und Strategie. „Das ist der Reiz der neuen Aufgabe“, erklärt Koch seinen Wechsel gegenüber DerTreasurer. „Ich war zehn Jahre im Firmenkundengeschäft der Deutschen Bank und über zehn Jahre im Treasury bei Lanxess. Jetzt war es an der Zeit, den nächsten Schritt als CFO zu machen.“ Bei Lanxess fehlte diese Perspektive, der Zeitpunkt zum Wechsel war gekommen.

Koch kam im Juli 2004 zu Lanxess. Nach einem kurzen Intermezzo als Leiter Treasury bei der Bäckereikette Kamps war er seinem damaligen CFO Matthias Zachert zur Bayer-Sparte gefolgt, die gerade ihren Börsengang vorbereitete. Gemeinsam mit CFO Zachert – dem heutigen Lanxess-CEO – setzte Koch als Leiter Corporate Finance die Finanzierung auf und begleitete den Rating-Prozess, um das neue Unternehmen fit für den Spin-off zu machen. Seit März 2008 leitet er die Treasury-Abteilung des Dax-Konzerns. Im vergangenen Jahr erhielt Koch gemeinsam mit seinem Team die Auszeichnung „Treasury des Jahres“, die von DerTreasurer verliehen wird.

Neuer Treasury-Chef muss sich in Cash- und Risikomanagement einarbeiten

Lanxess hat bereits einen Nachfolger für Koch gefunden: Investor-Relations-Leiter Oliver Stratmann wird ab dem 1. April 2015 auch für das Treasury verantwortlich sein und an CFO Bernhard Düttmann berichten. „Im Rahmen der Restrukutierung legen wir Verwaltungsfunktionen zusammen, um Effizienzen zu heben. Nun hat sich die Chance ergeben, auch die Finanzmarktaktivitäten (Treasury) und -kom (IR) zu bündeln“, erklärt Stratmann die Neuordnung.

Während er sich als IR-Leiter bei Finanzierungen auch schon bislang operativ einbringt – etwa beim Pricing oder der anschließenden Zuteilung von Bonds und Kapitalerhöhungen – ist das Treasury in anderen Teilen Neuland für Stratmann: „Ich werde mich insbesondere in die Bereiche Cash- und Risikomanagement einarbeiten müssen“, räumt er ein. Dafür bleiben ihm noch gut zwei Monate Zeit.

Wie Koch kam auch Stratmann mit dem Spin-off von Bayer zu Lanxess. Der Diplomkaufmann war dort zunächst IR-Mitarbeiter, bevor er 2008 die Leitung des Bereichs übernahm. Zuvor hatte er Positionen im Controlling und im IR-Bereich der Celanese AG inne.

Backhaus[at]derTreasurer.de