Interview mit Bernd Becker, Head of Finance der GEA Group

12.09.13 08:50

Neuer Club Deal für GEA

Von Sabine Paulus

Die GEA Group hat eine syndizierte Kreditlinie zwei Jahre vor Fälligkeit refinanziert. Bernd Becker, Head of Finance des Systemanbieters für die nahrungsmittelverarbeitende Industrie, spricht mit DerTreasurer über Konditionen, Laufzeiten und Sepa.

Neuer Club Deal für GEA

Gea

Die GEA Group, ein Systemanbieter für die nahrungsmittelverarbeitende Industrie,  hat die Gelegenheit beim Schopf gepackt und ein günstiges Marktfenster am Kreditmarkt genutzt. Die Düsseldorfer haben eine neue syndizierte Kreditlinie in Form eines Club Deals in Höhe von 650 Millionen Euro abgeschlossen und damit eine bestehende Linie in gleicher Höhe ersetzt, die erst im Juni 2015 fällig geworden wäre. „Es war im Wesentlichen eine Frage der Konditionen. Im Moment sind diese für derartige Kreditformen sehr günstig“, sagt Bernd Becker, Head of Finance der GEA Group. „Zudem glauben wir, dass noch nicht alle Kreditinstitute die mit Basel III einhergehenden Belastungen in der Unternehmensfinanzierung schon berücksichtigt haben.“ Die Konditionen werden sich in den kommenden Jahren im Vergleich zu jetzt wahrscheinlich verschlechtern. In der Dokumentation verhandelte GEA ebenfalls bessere Bedingungen. Wie diese genau aussehen, ließ sich Becker nicht entlocken, er sagte lediglich: „Wir haben die Marge und in Abhängigkeit davon die Commitment Fee deutlich reduziert.“

Becker von GEA: „Wir suchen uns die Kreditgeber gerne selbst aus“

Interview mit Bernd Becker, Head of Finance der GEA Group

Bernd Becker

Auch die Laufzeit hat der Systemanbieter im Vergleich zu 2010, als GEA den letzten Club Deal abgeschlossen hat, verlängert. Mit nunmehr fünf Jahren zuzüglich zwei Verlängerungsoptionen liegt GEA im derzeit üblichen Laufzeitenspektrum. „Unser Fälligkeitenprofil ist dadurch deutlich besser geworden“, sagt Becker. „Refinanzierungsbedarf haben wir erst wieder ab 2016.“

Der Head of Finance von GEA sieht im Club Deal das ideale Instrument für den Systemanbieter: „Wir suchen uns die Kreditgeber gerne selbst aus, da uns deren Bonität wichtig ist. Diese Auswahl kann ich in einer klassischen Syndizierung nicht sicherstellen.“ GEA hat zu jedem Bankpartner eine eigene Meinung und bewertet diese auch. Insgesamt zwölf Banken sind im Syndikat vertreten. „Wir arbeiten mit diesen Banken in den kommenden sieben Jahren zusammen, allerdings immer unter der Voraussetzung, dass sie uns mit akzeptablen Preisen zur Verfügung stehen.“ Im Vergleich zu 2010 sind im neuen Club drei Institute ausgeschieden und zwei neue, international agierende Banken hinzugekommen. „Wir brauchen international tätige Bankpartner, die uns bei unserer Expansion weltweit begleiten können“, sagt Becker.

GEA ist bei Sepa in weiten Teilen schon in der Testphase

Auch wenn GEA mit der erfolgreichen Refinanzierung auf einem soliden Finanzgerüst steht, gehen dem Head of Finance die Projekte nicht aus: „Der Bereich Finanzen ist in die geplante Trennung von dem Segment Wärmetauscher involviert, das derzeit 30 Prozent des Konzernumsatzes von 5,7 Milliarden Euro ausmacht.“ Anschließend will sich GEA in den bestehenden Segmenten vergrößern. „Diese Transformation ist mit viel Arbeit verbunden.“

Wie viele seiner Kollegen beschäftigt Becker auch Sepa: „Wir werden zum Stichtag Februar 2014 gut vorbereitet sein. In weiten Teilen des Konzerns sind wir in der Testphase und gehen davon aus, dass wir gegebenenfalls auftretende Herausforderungen rechtzeitig lösen können.“ Aktuell sieht Becker das Sepa-Projekt als Pflichtübung an, mittelfristig hat er aber noch einige Pläne im Cash Management und im Zahlungsverkehr vor Augen. „Ich kann mir eine Menge vorstellen, das ist aber im Moment eine Kapazitätsfrage“, sagt Becker abschließend.

Paulus[at]derTreasurer.de


Bernd Becker ist seit April 2008 bei der GEA Group tätig. Seit Frühjahr 2009 verantwortet er als Head of Finance die Bereiche Treasury, Corporate Finance und Asset Management bei dem Düsseldorfer Technologiekonzern.