Sonja Brei, Treasury-Chefin der Alba Group

06.09.12 14:19

Neustrukturierung bei Alba

Von Sabine Paulus

Eine große Übernahme integrieren, die Finanzierungsstruktur überarbeiten und darüber hinaus auch noch eine Anleihe begeben. Sonja Brei, Treasury-Chefin der Alba Group, berichtet von ihrer turbulenten Anfangszeit.

Sonja Brei hatte bei der Alba Group von Anfang an viel zu tun.

Klaus Lange

Sonja Brei hatte bei der Alba Group von Anfang an viel zu tun.

Das Entsorgungs- und Recyclingunternehmen Alba (Umsatz 2011: 3,2 Mrd. Euro) gehört zu den zehn größten Unternehmen der Branche weltweit. Seit dem Abschluss eines Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrages mit der Interseroh SE 2011 ist die Gruppe im Bereich Umweltdienstleistungen und Stahl- und Metallrecycling stark gewachsen. Doch die Integration des börsennotierten Interseroh-Konzerns in das Familienunternehmen Alba war aus Treasury-Sicht alles andere als trivial. „Die Alba-Gruppe war in den Jahren nach der Jahrtausendwende in sehr kurzer Zeit unglaublich schnell gewachsen und ist im Kern dezentral aufgestellt“, erklärt Sonja Brei, Leiterin Treasury der Alba Group, die Vor - aussetzungen bei ihrem Einstieg. Es gab viele Gesellschaften und überwiegend bilaterale Kreditbeziehungen, aber kein zentrales Treasury-Management. „Die erste wichtige Aufgabe nach meiner Einstellung war es, die bestehende historisch bedingte Finanzierungslandschaft der Alba-Seite transparent aufzubereiten und ein zentrales Treasury-Team für die Group aufzubauen“, sagt Brei.

Neue Firmenstruktur, Rating und Anleihe

Unmittelbar nach ihrem Amtsantritt begannen die konzeptionellen Vorüberlegungen, um eine gesellschaftrechtliche Holdingstruktur für die Alba Group zu schaffen, die eine einheitliche Steuerung der gesamten Group ermöglicht. 2011 war es so weit: Aus einer Zwischenholding wurde die neue Führungsgesellschaft Alba Group plc & Co KG, unter der die Tochtergesellschaften der Interseroh-Gruppe und die Tochtergesellschaften der Alba Gruppe seitdem agieren. Diese neue gesellschaftrechtliche Struktur ermöglichte es schließlich auch, nach Abschluss des Beherrschungsvertrags mit der Interseroh SE einen einheitlichen Finanzierungskreis zu schaffen.

 

Als zweites Finanzierungsinstrument plante Alba als erstes Unternehmen der Recyclingbranche eine Anleihe. Noch im Februar 2011 stieß Alba deshalb einen Ratingprozess mit Moody’s und S&P an. Der Entsorger selbst wurde mit BBbewertet. Der Bond erhielt eine BNote. Im April 2011 platzierte die Alba Group schließlich einen siebenjährigen High-Yield-Bond über 203 Millionen Euro mit einem Kupon von 8 Prozent.

 

Auch nach dem Finanzierungsmarathon und der anschließenden Integration von Interseroh wird es Sonja Brei und ihrem Team nicht langweilig. Das nächste Projekt steht schon auf der Agenda: die vorzeitige Refinanzierung des eigentlich noch bis Ende 2013 laufenden syndizierten Kredits. Bis zum kommenden Monat soll sie abgeschlossen sein.

Paulus[at]derTreasurer.de