Neue Konsortialkredite für OMV

19.01.12 16:10

OMV: Zwei auf einen Schlag

Von Sabine Paulus

Nach der Hybridanleihe im Mai und der Benchmarkanleihe im Oktober hat OMV Ende vergangenen Jahres sein letztes großes Refinanzierungsprojekt für 2011 abgeschlossen.

Erfolgreiche Refinanzierung: OMV

OMV

Erfolgreiche Refinanzierung: OMV

Ende November schloss der Öl- und Gaskonzern OMV zwei syndizierte revolvierende Kreditlinien in Höhe von insgesamt 1,68 Milliarden Euro ab. Mit diesen neuen Krediten haben die OMV AG (Kreditvolumen: 750 Mio. Euro) und das rumänische Energieunternehmen OMV Petrom (Kreditvolumen: 930 Mio. Euro), an dem die Österreicher 51 Prozent der Anteile halten, bestehende Fazilitäten refinanziert. Die neuen Kreditlinien haben eine Laufzeit von fünf Jahren für OMV sowie von drei Jahren für OMV Petrom und beinhalten jeweils die Option, um weitere zwei Jahre verlängert zu werden.

 

„Der Gesamtprozess hat ungefähr sechs Wochen gedauert“, sagt Christoph Trentini, Senior Vice President Finance der OMV AG. Es habe sich angeboten, beide Fazilitäten gemeinsam mit den Banken zu verhandeln, weil die Konsortien bei beiden Linien fast identisch sind. „Einige wenige internationale Banken sind bei der rumänischen Fazilität nicht involviert.“ Diese Institute betreiben dort kein Geschäft. Insgesamt umfasst das Bankensyndikat 16 Kreditgeber für OMV und 14 für OMV Petrom. „Rund zehn davon gehören zu unserem Kernbankenportfolio“, sagt Trentini. In Rumänien waren in den letzten Transaktionen seiner Aussage nach auch einige griechische Banken beteiligt. „Diesen Anteil haben wir signifikant reduziert. Die Funding-Kosten für die griechischen Banken sind zudem so hoch, dass sich das für die Institute nicht mehr lohnt.“

US-Dollar nicht mehr attraktiv

Christoph Trentini OMV

Christoph Trentini

Auch bei den ausnutzbaren Währungen hat sich etwas geändert: Beide Kredite sind nach wie vor noch in Euro ziehbar, die in Rumänien zusätzlich noch in Leu. „In der Vergangenheit konnten wir auch noch in US-Dollar ziehen“, sagt Trentini. „Doch einige europäische Banken konnten die US-amerikanische Währung nun nicht mehr zu attraktiven Konditionen zur Verfügung stellen.“ Schon in den letzten Wochen und Monaten hatte diese Nachricht die Runde gemacht. Diese Unsicherheiten im Bankenmarkt waren auch einer der Gründe, warum der Öl- und Gaskonzern seine Kredite frühzeitig refinanziert hat. „Wir wollten alles unter Dach und Fach haben, bevor ein konjunktureller Abschwung größere Auswirkungen auf den europäischen Bankenmarkt hat.“ Das Kontrahentenrisikomanagement ist für den Konzern sehr wichtig. „Die CDS-Spreads der Banken überprüfen wir täglich“, sagt Trentini. „Sie sind in den letzten Wochen und Monaten signifikant gestiegen, die Kreditvergabe wird teurer.“

Paulus[at]derTreasurer.de