Heidelberg Cement löst Brückenfinanzierung ab

04.02.16 08:34

Treasury-Chef Severin Weig: „Schuldschein attraktiver als Bond“

Von Desiree Backhaus

HeidelbergCement hat ein Schuldscheindarlehen über 625 Millionen Euro emittiert. Damit hat die Ablösung der Brückenfinanzierung für die geplante Übernahme von Italcementi begonnen. Im Interview verrät Treasury-Chef Severin Weig die Details.

HeidelbergCement

Severin Weig ist seit einem dreiviertel Jahr Group Treasurer bei HeidelbergCement.

Während der Corporate-Bondmarkt zu Beginn des Jahres kaum ins Rollen kommt, haben Emittenten am Schuldscheinmarkt auch 2016 gute Karten: HeidelbergCement hat gerade ein Schuldscheindarlehen mit sechs Jahren Laufzeit über 625 Millionen Euro platziert. Die Nachfrage der Investoren war so groß, dass der Dax-Konzern das ursprünglich geplante Volumen von 400 Millionen Euro deutlich aufstockte.

Überzeichnungen sind am boomenden Schuldscheinmarkt inzwischen eher die Regel als die Ausnahme. HeidelbergCement nutzt das für sich: Das Unternehmen muss die 3,3 Milliarden Euro schwere Brückenfinanzierung für die geplante Übernahme von Italcementi ablösen. „Im vergangenen Herbst haben wir begonnen, die Refinanzierung zu planen“, sagt Severin Weig, der im Frühjahr 2015 die Nachfolge von Henner Böttcher als Group Treasurer von HeidelbergCement angetreten hat. „Dabei stellte sich schnell heraus, dass ein Schuldscheindarlehen kurzfristig viel attraktiver ist als eine Bondemission.“ Denn im September präsentierte sich der Anleihemarkt wegen der Kapriolen in China schon einmal in schlechter Verfassung, der Schuldscheinmarkt zeigte sich dagegen – wie in volatilen Zeiten üblich – deutlich resistenter.

Schuldschein passte besser in die Liquiditätsplanung

„Außerdem passte ein Schuldschein besser in unsere Liquiditätsplanung, weil die Erlöse erst später fließen. Bei einem Bond wäre das nicht möglich gewesen“, so Weig. HeidelbergCement wollte verhindern, Ende 2015 große Mengen Cash bei den Banken parken zu müssen – in Zeiten negativer Zinsen ist das nicht gerne gesehen. Besonders zum Jahresende, wenn der Beitrag zum Einlagensicherungsfonds fällig wird, wehren Banken hohe Einlagen häufig ab.

Welche Konditionen Heidelberg Cement bei der Schuldscheintransaktion erzielen konnte, wie das Unternehmen mit dem Thema negativer Euribor umgeht und welche Finanzierungsschritte als nächstes anstehen, das lesen Sie in unserem aktuellen E-Magazin.

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