Die neue Printausgabe 2-2017

14.06.17 09:17

Wie das Innogy-Treasury den Schuldnerwechsel gestemmt hat

Von Desiree Backhaus

11 Milliarden Euro Fremdkapital hat Innogy von RWE übernommen. In der neuen Printausgabe berichtet Treasury-Chef Volker Heischkamp, worauf es bei dem größten Schuldnerwechsel in Europa ankam. Im Schwerpunkt Finanzierungstrends beleuchten wir die Bedeutung von Supply Chain Finance, Green Loans und Co.

Marcus Pietrek

Innogy-Treasurer Volker Heischkamp sprach mit DerTreasurer über den Schuldentransfer des Energieversorgers.

Treasury-Chef Volker Heischkamp hat in seinen 15 Jahren bei RWE so einiges erlebt: Übernahmemarathon zu Beginn der 2000er Jahre, gefolgt vom großen Schuldenabbau, anschließend musste seine Treasury-Abteilung ein massives Investitionsprogramm für konventionelle Kraftwerke finanzieren, bis der 2011 beschlossene Atomausstieg die Essener in eine tiefe Krise stürzte. Am Kapitalmarkt schlug dem einst bei Investoren so begehrten Energieversorger plötzlich großes Misstrauen entgegen, wie der Treasurer heute einräumt.

Anfang dieses Jahres hat Heischkamp mit seinem Team aber eine Transaktion mit absolutem Seltenheitswert gestemmt: Ende Februar hat RWE Kapitalmarktschulden im Wert von 11 Milliarden Euro auf seine Ökotochter Innogy übertragen. Es war der bis dato größte Schuldnerwechsel eines Unternehmens in Europa. „Die Transaktion war an Komplexität kaum zu überbieten“, berichtet Heischkamp im Interview mit DerTreasurer. „Es war eine in hohem Maße juristische Transaktion, mit der wir Neuland betreten haben.“

Nur Innogy kann die hohen Kapitalmarktschulden tragen

Nötig geworden war der milliardenschwere Schuldentransfer durch die 2015 beschlossene Aufspaltung von RWE. Damals war schnell klar: Die hohen Kapitalmarktschulden des Konzerns von 15 Milliarden Euro würde nur die neue Gesellschaft tragen können. Denn Innogy hält nicht nur das Zukunftsgeschäfts mit Erneuerbaren Energien und den Vertrieb, das weitgehend regulierte Netzgeschäft liefert außerdem verlässliche Erträge. Kohle und Kernkraft blieben dagegen bei RWE. „Die Gesamtverschuldung bei RWE zu lassen, wäre nicht sachgerecht gewesen und hätte bei den RWE-Investoren zu Recht für Unwillen gesorgt“, erinnert sich Heischkamp.

So gingen 18 Anleihen in vier Währungen in mehreren Schritten auf die Tochter über. Innogy war erst im vergangenen Oktober öffentlichkeitswirksam der Sprung an die Börse gelungen – als größter IPO seit 2000 mit einem Volumen von 4,5 Milliarden Euro. Warum die Treasury-Abteilung den Schuldenwechsel gegen den Rat einiger Banken erst nach dem IPO gestemmt hat und wie Plan B ausgesehen hätte, das erfahren Sie in der Titelgeschichte der neuen Printausgabe, die heute erscheint.

Die neue Printausgabe: Schwerpunkt Finanzierungstrends

Auch Schmolz+Bickenbach hat in puncto Finanzierung gerade einen wichtigen Erfolg erzielt: Treasurer Burkhard Wagner hat mit einer Hochzinsanleihe, der Verlängerung des Konsortialkredits im Rahmen einer Amend&Extend-Transaktion sowie der Neuverhandlung des ABS-Programms gerade drei Finanzierungen in vier Wochen gestemmt. Fast 1 Milliarde hat der Stahlkonzern damit refinanziert. Wie Treasurer Wagner dabei vorgegangen ist, erfahren Sie ebenfalls in der neuen Printausgabe in unserem Schwerpunkt Finanzierungstrends.

Unsere Gastautoren beleuchten im Rahmen des Schwerpunkts, was innovative Finanzierungsinstrumente für die Treasury-Abteilung leisten: Was bringen grüne Finanzierungen wirklich und wie verändern sie die Kunde-Bank-Beziehung? Wie kann man Lieferanten in eine Supply-Chain-Finanzierung einbinden?

Doch auch jenseits von Finanzierungsthemen liefert die neue Ausgabe spannende Einblicke: Etwa in die Welt der Instant Payments oder in die Digitalisierung der Treasury-Abteilung.

Backhaus[at]derTreasurer.de

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