Ein Grund sind komplexe Zahlungsverfahren in den Ländern

29.11.12 15:08

Asien: schwache Zahlungsmoral

Von Andreas Knoch

Die Zahl der Forderungsausfälle in Asien steigt. Forderungen gegenüber Geschäftskunden mussten zuletzt immer häufiger abgeschrieben werden.

Blick über Peking: Die Zahl der Forderungsausfälle in Asien steigt.

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Blick über Peking: Die Zahl der Forderungsausfälle in Asien steigt.

Die Forderungsausfälle in der Region Asien-Pazifik steigen spürbar an. Das geht aus dem jüngst veröffentlichten Zahlungsmoralbarometer von Atradius hervor, für das über 1.600 Unternehmen aus Australien, China, Hongkong, Indien, Indonesien, Japan, Singapur und Taiwan befragt wurden. Demnach mussten im laufenden Jahr mehr als 5 Prozent der offenen Forderungen gegenüber Geschäftskunden als uneinbringlich abgeschrieben werden. Im Vorjahr lag diese Zahl noch bei 3,6 Prozent. Besonders betroffen von Zahlungsausfällen waren die befragten Firmen in Indien und Singapur, wo 7 Prozent der Forderungen abgeschrieben werden mussten, während japanische Firmen mit 2 Prozent die wenigsten Ausfälle verbuchten.

Zahlungsziele werden deutlich überschritten

Das durchschnittliche Zahlungsziel von Forderungen im Asien-Pazifik-Raum liegt Atradius zufolge bei 32 Tagen. Tatsächlich war jedoch eine durchschnittliche Forderungslaufzeit von 44 Tagen in der Region zu beobachten. Im Durchschnitt wurden 30 Prozent des Gesamtwerts der Forderungen gegenüber inländischen und ausländischen Geschäftspartnern zu spät beglichen. Als Grund für verspätete Zahlungen von ausländischen Kunden nannte rund die Hälfte der Befragten das komplexe Zahlungsverfahren bzw. die Ineffizienz des heimischen Bankensystems. Um Zahlungsverzögerungen und Zahlungsausfälle zu reduzieren, wollen mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen künftig verstärkt die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden überprüfen.

Knoch[at]derTreasurer.de