„At Risk“-Methoden sind Seltenheit

05.10.17 11:58

Treasurer haben Defizite im FX-Management

Von Desiree Backhaus

Wechselkursschwankungen können Unternehmen teuer zu stehen kommen. Umso erstaunlicher ist es, dass viele Treasurer FX- und Zinsrisiken nicht mithilfe analytischer Modelle überwachen. Wo der Nachholbedarf besonders groß ist, zeigt eine aktuelle Studie.

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Starke Schwankungen: Insbesondere Schwellenländerwährungen sind sehr volatil.

Volatilität an den Währungsmärkten ist für viele Treasurer die derzeit größte strategische Herausforderung. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Beratung Deloitte unter 200 Treasurern weltweit hervor. Mit 52 Prozent belegen FX-Schwankungen den ersten Platz vor dem Einblick in die globale Verteilung von Cash und Finanzrisiko-Exposure (43 Prozent) sowie dem Zugriff auf die weltweite Liquidität des Konzerns (40 Prozent).

Zwar sind die Turbulenzen an den Währungsmärkten derzeit nicht so ausgeprägt wie etwa um die Jahreswende 2014/2015, als der russische Rubel einbrach und die Schweizer Notenbank völlig überraschend den Franken-Kurs freigab. Doch auch aktuell müssen sich Treasurer mit einigen Entwicklungen auseinandersetzen: Der Euro präsentiert sich gegenüber Dollar und Schweizer Franken überraschend stark, das britische Pfund hängt an den Brexit-News, und der chinesische Renminbi befindet sich auf Aufwertungskurs.

Treasurer bewerten FX-Risiken selten mit analytischen Modellen

Umso erstaunlicher ist es, dass der überwiegende Teil der von Deloitte befragten Treasurer FX- und Zinsrisiken nicht aktiv mit Hilfe analytischer Modelle überwacht: So hat lediglich jeder vierte Befragte at-Risk-Methoden etabliert, um Risiken zu quantifizieren und zu steuern. Diese Kennzahlen beschreiben die negative Abweichung von einem geplanten Ergebnis aufgrund von Wechselkursänderungen. Fast die Hälfte überwacht diese Daten gar nicht, 26 Prozent messen sie adhoc.

Warum so eine Ad-hoc-Messung nur wenig sinnvoll ist und wie viele Treasurer ein Treasury-Management-System für das Währungs- und Zinsmanagement nutzen, erfahren Sie in der E-Magazin-Ausgabe 18/2017.


Backhaus[at]derTreasurer.de

Wechselkursschwankungen können Unternehmen einen erheblichen Teil ihrer Gewinne kosten. Mit unserer Themenseite Währungsmanagement bleiben Sie auf dem Laufenden.