Marsh Versicherungsmarktreport 2014

05.03.14 08:00

Die Prämien bei Industrieversicherungen geben nach

Von Andreas Knoch

Die weiche Marktphase bei Industrieversicherungen dürfte nach Einschätzung von Marsh auch 2014 anhalten. Abseits der traditionellen Policen wollen Unternehmen verstärkten Schutz gegen Cyber-Risiken.

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Unternehmen werden Cyber-Risiken gegenüber immer sensibler. Das Schutzbedürfnis steigt.

Die Prämien für Industrieversicherungen in Europa sind in den ersten drei Quartalen des Jahres 2013 weitgehend stabil geblieben, haben im Schlussquartal und im Rahmen der Vertragsverlängerungen zum 1. Januar 2014 jedoch deutlicher nachgegeben. Das geht aus dem gerade veröffentlichten Insurance Market Report 2014 von Marsh hervor. Demnach ist das Prämienniveau in den wichtigsten Versicherungssegmenten zuletzt um durchschnittlich 10 bis 15 Prozent gesunken.

 

Beim Blick auf den deutschen Versicherungsmarkt bot sich ein etwas differenzierteres Bild, konstatiert Marsh. Insbesondere in der Sachversicherung habe sich die Prämienentwicklung uneinheitlich gezeigt, da viele Marktteilnehmer Prämienerhöhungen durchsetzen wollten. Abgesehen von einigen exponierten Katastrophenrisiken sei dies aber meist nur in einer Größenordnung von rund 10 Prozent gelungen. Bei gut geschützten Risiken und positivem Schadenverlauf gab es in der Sachversicherung sogar immer wieder auch Prämienreduzierungen. Auch der Markt für die industrielle Haftpflichtversicherung entwickelte sich weiterhin günstig für die Versicherungseinkäufer.

Policen gegen Cyber-Risiken gefragt

Marsh zufolge habe sich vor allem die Zahl der Versicherungsanfragen gegen Cyber-Kriminalität erhöht. In Ländern wie Großbritannien, Deutschland und Belgien seien diese Versicherungslösungen stärker nachgefragt worden, da die Unternehmen Cyber- Risiken gegenüber zunehmend sensibler würden.

 

Da sich die Kapazitäten weiter auf Rekordniveau bewegten und der Wettbewerb der Versicherer um Unternehmen mit attraktiven Risiken und guten Schadenhistorien hoch sei, dürfte sich an der weichen Marktphase kurzfristig nicht viel ändern, prognostiziert Marsh. Unterstützend wirke zudem, dass zunehmend alternatives Risikokapital in den ohnehin schon stark kapitalisierten Rückversicherungsmarkt fließe, was die Prämien auf dem Erstversicherungsmarkt um weitere 10 bis 15 Prozent drücken könnte.

 

Knoch[at]derTreasurer.de