Transaktionsregister unter Beschuss

13.04.16 08:16

DTCC dementiert Rückzugsgerüchte

Von Desiree Backhaus

Das Transaktionsregister DTCC ist in der deutschen Treasury-Community in die Kritik geraten. Auch die EU-Wertpapierregulierungsbehörde Esma erhöht den Druck.

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Schwierige Zeiten für das Emir-Transaktionsregister DTCC: Der US-Anbieter von Trade-Reporting-Services ist in der deutschen Treasury-Community in die Kritik geraten. Dem Vernehmen nach sind einige Treasurer nicht erfreut über Preiserhöhungen des Melderegisters.

Diese stoßen auch deshalb sauer auf, weil sich der technischer Service von DTCC in Deutschland zuletzt verschlechtert habe, ist zu hören. Es kamen sogar Gerüchte auf, DTCC wolle sich perspektivisch aus Europa zurückziehen. Das wäre ein herber Einschnitt, schließlich ist der Anbieter mit seinem aus London heraus betriebenen Derivatives Repository Limited (DDRL) das größte in der EU zugelassene Transaktionsregister.

Vor allem international tätige deutsche Konzerne melden ihre Derivatetransaktionen gemäß Emir häufig an DTCC, weil das Transaktionsregister auch die US-Finanzmarktregulierung Dodd Frank abdeckt. Von den insgesamt sechs zertifizierten Transaktionsregistern für Emir hat nur das auf Europa fokussierte Transaktionsregister RegisTR in Deutschland eine ähnlich große Reichweite. Auf Anfrage von DerTreasurer wies ein Sprecher von DTCC die Rückzugsgerüchte aber entschieden zurück: DTCC bleibe seinen Kunden in Europa „absolut verpflichtet“ und werde auch weiterhin Trade-Reporting-Services anbieten, hieß es.

Esma beendet die Schonfrist bei Emir

Doch der Druck auf DTCC wächst: So verhängte die EU-Wertpapierregulierungsbehörde Esma vergangene Woche eine Geldbuße über 64.000 Euro gegen DTCC. Auf Anfrage von DerTreasurer erklärte DTCC lediglich, man arbeite eng mit der Esma und anderen Regulatoren zusammen, um eine zeitnahe Übermittlung der Meldedaten zu gewährleisten.

Zu Einzelheiten der Vorwürfe wollte sich der Anbieter nicht äußern. Mit der Strafe will die Esma wohl auch generell ein Zeichen setzen. Zwei Jahre nach der Emir-Einführung lässt die Datenqualität noch immer zu wünschen übrig. Viele Meldungen lassen sich dem Report des jeweiligen Kontrahenten nicht zuordnen. So stellte die BaFin im Rahmen ihrer Marktüberwachung fest, „dass insbesondere die Meldung der Derivatetransaktionen an Transaktionsregister im Detail noch Schwierigkeiten bereitet“. Ohne gutes Datenmaterial kann Emir aber kaum zu mehr Transparenz auf dem Derivatemarkt beitragen.

Backhaus[at]derTreasurer.de